Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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Eintrag Nr. 447 von 493:

Hallo an das Forum,
zunächst einmal ein dickes Lob an die Verfasser des Buches "Ätherische Öle selbst hergestellt". Sehr liebevoll aufbereitet, mit vielen Bildern. Noch dazu viele praktische Tipps zur Weiterverarbeitung, s. Parfüm, Badeöle etc. Allein für dieses Thema ist es schwierig ein praktisch orientiertes Buch zu finden. Also.. Sehr gute Arbeit! :-).. und danke auch für die heutige freundliche Tel. Beratung!

Nun meine Frage, die zwar bereits ähnlich gestellt wurde, aber mir noch nicht komplett beantwortet schien.
Mir geht es um die Florentiner Vase (s. 67/68 im Buch) und das Prinzip des Ölablaufs. Klar ist, das Hydrolat tropft bei Überlauf aus dem Schwanenhals (U-Bogen) ab. Allerdings, wie soll das mit dem Ölabfluss funktionieren? Die Ölmenge ist ja variabel und wird mehr je länger der Vorgang der Destillation dauert. Zudem muß sich das Öl ja erst einmal absetzen, braucht also Zeit. Demnach ergibt ein kontinuierlicher Ablauf des Öles keinen Sinn. Und... wo (auf welcher Höhe) setze ich das Rohr bzw. den Ölablauf an der Florentiner Vase an? Wie gesagt, die Ölmenge kann ja variieren... Kontinuierlicher Ablauf oder gibt es ein Ventil?

Zweite Frage: Warum soll der Einlauf für das Kaltwasser im Kühlkessel unten sein und nicht oben? Wegen gutem Erfahrungswert?... oder weil der eingearbeitete Helm wo sich der Dampf absetzt einfach sehr flach ist und sich das Wasser vermutlich am Boden v.a. erhitzt (also konstruktionsbedingt)?

Danke im Voraus!

Andreas


Andreas K., Bayern
10.Sep.2014 16:09:29


    Danke, das freut uns! :-)

    Florentiner Vase ohne Ölabfluss:
    Öl-Hyrolat-Gemisch fließt in die vorerst leere Vase und trennt sich sofort voneinander. Öl schwimmt obenauf (das Prinzip funktioniert nur bei Ölen leichter als Wasser). Wenn die Vase voll ist rinnt über den Schwanenhals die überschüssige Flüssigkeit ab. Da der Schwanenhals unten an der Vase beginnt, kann im vollen Zustand somit kein Öl nach unten strömen und gelangt somit auch nicht in den Schwanenhals. Wird also weiterhin Öl-Hydrolat-Gemisch in die Vase gegeben, bleibt der obere Flüssigkeitsspiegel (der vom gesamten Inhalt) gleich hoch, der Schwanenhals ist schließlich der Überlauf, aber die Ölschicht wird immer dicker, d.h. der untere Flüssigkeitsspiegel (Öl zu Hydrolat) sinkt immer weiter nach unten.
    Florentiner Vase mit Ölabfluss:
    gleich wie oben, nur dass es in exakt gleicher Höhe wie der höchste Punkt vom Schwanenhals im Inneren des Gefäßes noch einen zusätzlichen Überlauf für's Öl gibt. Beim Auffüllen bildet sich wieder eine Ölschicht, die Schichthöhe ist abhängig vom Ölgehalt des Gemisches. Sobald die Vase voll ist und weiter Gemisch zugeben wird, bleibt der Flüssigkeistspiegel Öl-Hydrolat diesmal jedoch unverändert, das Öl rinnt über den inneren Überlauf ab. Das Gemisch wird in der Regel über einen Trichter zugegeben, dessen Stiel so lange ist, dass er bis in die Hydrolatschicht hinein reicht. Verlässt beim Eingießen das Gemisch den Stiel, strömt das Öl somit nach oben.
    Stimmt, die Abtrennung ist nicht wirklich vollständig, daher werden in der Regel auch mehrere solcher Florentinervasen hintereinander geschalten. Solche Geräte sind nur im industriellen Maßstab mit großen Ölmengen sinnvoll einsetzbar, da ja trotz allem ein gewisser Schwund des wertvollen Öles nicht zu vermeiden ist. Z.B. die Ölschicht die in der Vase notwendig ist, damit überhaupt Öl aus dem inneren Überlauf abrinnen kann. Ohne Schicht rinnt natürlich nur Hydrolat bzw. im besten Fall wieder ein Gemisch aber kein reines Öl ab. Daher ist es im kleinen Maßstab viel sinnvoller so vorzugehen wie im Buch ausführlich beschrieben.

    Die LEONARDO® wurde von uns so konstruiert, dass der Kühler auch tatsächlich wie ein Kühler funktioniert und der gesamte Dampf problemlos vollständig kondensieren kann. D.h. die Kühlkuppel im Inneren ist entsprechend hoch und das Wasserbecken darüber ausreichend groß um dies zu gewährleisten. Da ist nichts "sehr flach". Ein flacher "eingearbeiteter Helm" wäre schlichtweg eine Fehlkonstruktion, ebenso ein Zu- und Ablauf des Kühlwassers in gleicher Höhe. Wie soll da das warme Wasser vom zugeleiteten Wasser verdrängt werden?
    Übrigens sind alle inneren Bereiche des Kühlers und der restlichen Anlage mit der Hand und einem Putzschwämmchen frei zugänglich, sodass die gesamte Anlage restlos gründlich gereinigt werden kann. Denn nichts ist lästiger, als wenn Reste der vorherigen Destillation das ätherische Öl bzw. Hydrolat verunreinigen. Da treten dann so Effekte auf wie tiefblaues Lavendelöl, weil vorher Kamille destilliert wurde.

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Design und Implementierung:
Helge Schmickl