Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 50:

    Was ist genau der Unterschied zwischen einer Salbe und einer Creme? Können Sie mir hier weiterhelfen? Kann man auch in beide ätherisches Öl verarbeiten?

    Birgit, Salzburg
    20.Feb.2004 11:36:32


      Eine Creme hat einen Wasseranteil, eine Salbe jedoch nicht, sie besteht nur aus öligen Produkten und ist daher auch fetter. Beispiel für Creme: Bienenwachs, Lanolin (als Binder zwischen Wasser und Öl), neutrales Öl, Wasser
      Beispiel für Salbe: Bienenwachs, neutrales Öl
      Sie können ätherisches Öl sowohl in die Creme als auch in die Salbe einarbeiten.

    Eintrag Nr. 49:

    Hallo,
    kann man zur Wasserdampfdestillation auch getrockneten Lavendel benutzen? Er kommt aus Südfrankreich, müsste also genügend Sonne abbekommen haben. Er riecht auch sehr intensiv. Oder ist er vielleicht zu trocken?
    Danke im voraus


    Julia, lindau
    06.Feb.2004 11:49:33


      Ja, natürlich können Sie getrockneten Lavendel verwenden. Während der Trocknung verliert der Lavendel nur einen geringen Anteil des Öles. Allerdings muß er richtig getrocknet werden. D.h. in Büschel kopfüber aufhängen, an einem trockenen, schattigen und gut durchlüfteten Ort. Vor dem Destillieren sollten Sie das Kraut sehr gut zerkleinern, zumindest wenn Sie auch die Ästchen mitdestillieren.

    Eintrag Nr. 48:

    Hallo,
    da ich gerade mit der Wasserdampfdestillation von Fichtennadeln beschäftigt bin würde mich interessieren, ob es einen enormen Unterschied macht, ob ich die Nadeln im Sommer oder im Winter gesammelt habe. Da ich meine Nadeln im Dezember gesammelt habe und meine Ausbeute nicht gerade enorm ist, würde mich dies doch sehr interessieren! Es ist nur eine ganz dünne Ölschicht auf dem Wasser in der Vorlage zu sehen. Wie trenne ich diese am besten ab? Mit einer Pipette oder Spritze geht das wohl kaum dafür ist die Ölschicht zu dünn. Vielen Dank


    julia, Lindau
    02.Feb.2004 19:22:38


      Ja, der Erntezeitpunkt ist bei den Pflanzen enorm wichtig. Im Dezember sind die Nadelbäume sehr stark ausgetrocknet, daher beinhalten sie auch kaum Öl. Am besten eigenen sich die Nadeln ab Mai bis August. Dann wird die Ausbeute viel höher sein.
      Wenn die Ölschicht weder mit Pipette noch mit Spritze abtrennbar ist, dann können Sie nur das Hydrolat selbst weiterverarbeiten. Oder Sie geben das Hydrolat in den Kessel, statt Frischwasser, und destillieren neue Nadeln. Die Ausbeute wird besser werden.

    Eintrag Nr. 47:

    Mich würde der Unterschied zwischen Ätherische Öle, Aromatherapie und Parfümölen interessieren.

    Petra, Steiermark
    01.Feb.2004 10:28:37


      Ätherische Öle sind die öligen Substanzen, die aus den Pflanzen meist durch Wasserdampfdestillation gewonnen werden.
      Aromatherapie ist Anwendung ätherischer Öle und/oder Duftwässer für heilende Zwecke.
      Parfumöle können sowohl natürlicher als auch künstlicher Herkunft (Chemielabor) sein. Der Name besagt lediglich, daß sich im Öl ein Duftstoff befindet.

    Eintrag Nr. 46:

    Ich besitze eine chemische Destillationsanlage. D.h. es handelt sich um einen normalen Kühler und um einen Rundkolben. Wenn ich hiermit Öl destillieren möchte, habe ich aber aufgrund der kleinen Öffnung des Kolbens Probleme die zerkleinerten Kräuter, Früchte, usw. in den Dampfraum zu bringen. Was kann ich da machen? Danke im Voraus

    westphal, niedersachsen
    27.Jan.2004 01:25:50


      Im Laborbedarf erhältlich sind Glasrohre mit Normschliff an beiden Enden, so eines sollten Sie auf den Rundkolben stecken - eine möglichst breite Ausführung - und mit den Pflanzen füllen (das untere Ende mit einem Metallnetz o.ä. verschließen, daß nichts durchfällt), im Kolben ist dann nur noch das Wasser. Auf dieses Glasrohr kommt dann die Kühlvorrichtung. Ebenso gibt es Rundkolben mit zwei gegenüberliegenden NormSchliff-Stutzen, die sich auch hervorragend für diesen Zweck eignen.
      Dritte Möglichkeit: In einem Rundkolben wird Wasser gekocht und der Dampf über einen Schlauch in einen zweiten Kolben geleitet, in dem sich die Pflanzen befinden und darüber der Kühler, wie gehabt. Sie benötigen dafür also einen Einhals- und einen Zweihalskolben. Mit einem Glasrohr sollte der Dampf bis an den Boden des mit Pflanzen gefüllten Kolbens geleitet werden.

    Eintrag Nr. 45:

    Habe eine Frage, bei meinem Versuch, ätherisches Öl aus den Fichten herzustellen bin ich gescheitert. Ich habe die dünnen Äste fein zerschnitten und dann in Wasser destilliert. Herausgekommen ist zwar ein wohlriechendes Wasser, aber von Öl habe ich nichts gesehen. Was mache ich da falsch?

    Jürgen, Lindau
    21.Jan.2004 11:00:08


      Haben Sie die Äste und Nadeln in Wasser gekocht? Das Destilliergut sollte immer im Dampfraum liegen, niemals in der Flüssigkeit. Wird es in der Flüssigkeit mitgekocht, wird die Ausbeute stark vermindert, weiters leidet die Ölqualität sehr darunter.
      Wann haben Sie die Fichten geerntet? In den Wintermonaten befindet sich so gut wie kein Öl in den Nadeln und Ästen. Es ist viel zu kalt und viel zu wenig Sonne dafür. Sie können von Mai bis August Fichtennadelöl herstellen, dann wird es funktionieren. Je feiner Sie die dünnen Äste zerkleinern, desto höher wird die Ausbeute sein.

    Eintrag Nr. 44:

    S.g. Hr. Schmickl
    Hat es besondere Bedeutung , daß Sie für Herstellung von ätherischen Ölen Ihre Destillieranlage Deluxe empfehlen oder kann man Ihre Anlage Classic auch verwenden?
    Danke und mfg
    Franz Josef


    FranzJosef, Oberösterreich
    14.Jan.2004 13:18:55


      Die Deluxe empfehle ich, weil sie einen sehr großen (Dampf-)Raum für die Pflanzen hat. Mit der Classic Anlage geht es auch, keine Frage. Wichtig ist, daß Sie genug Pflanzenmaterial in die Anlage bekommen. Speziell für die Ölherstellung wurde allerdings die Leonardo-Destille entworfen, der klare Vorteil: es gibt keine Kühlspirale, in der das Öl hängen bleibt und so die Ausbeute reduziert. Auch bezüglich Reinigung ist diese Anlage speziell für die Ölherstellung ideal.

    Eintrag Nr. 43:

    Ich interessiere mich für den Anbau von Aromapflanzen und deren Destillation im größeren Stil. Können diese Pflanzen auch in Höhenlagen um 700 m angebaut werden?
    Außerdem fällt in unserer Region in großen Mengen Wacholder bei der Auslichtung der Wacholderheiden an. Würde es sich lohnen, diesen zu destillieren?
    Es wäre schön, wenn ich eine Antwort auf diese Fragen bekäme- besten Dank.


    Robert Greiner, Schwäbische Alb
    06.Jan.2004 08:31:41


      700 m Seehöhe sind gar kein Problem. Zum Beispiel der klassische Lavendel in der Provence wird erst ab einer Seehöhe von 600 m angebaut. Wichtig ist, daß die Pflanzen genug Öl produzieren, d.h. sie brauchen viel Sonne.
      Wacholder ist ein ausgezeichnetes Öl, es wird hauptsächlich aus den Wacholderbeeren hergestellt. Die Ausbeute der (getrockneten und geschroteten) Beeren ist sehr hoch.

    Eintrag Nr. 42:

    Hallo, ich moechte Rosmarinoel mittels Wasserdampfdestillation gewinnen.
    Bisher habe ich Lavendel erfolgreich destilliert, habe nun aber Probleme mit der Ausbeute bei Rosmarin. Ich verfuege ueber eine wesentlich groessere Destillationsanlage als Sie verkaufen (Geschaetzes Volumen 200L) und kann damit z.B. 50 kg Lavendel destillieren.
    Welches sind die entscheidenden Faktoren? Stoert die aeussere Wachsschicht? Sollte die Droge gestueckelt sein?
    Ich bin sehr an den Details interessiert - gibt es spezielle Literatur.
    Ich wuensche noch gute Feiertage und hoffe sehr, dass sie mir helfen koennen.


    Thomas Aldick, Westfalen
    23.Dez.2003 01:30:13


      Ja, die Wachsschicht stört auf alle Fälle, da so das Öl daran gehindert wird, vom Wasserdampf mitgerissen zu werden. Sie sollten die Pflanze so klein wie möglich zerstückeln, z.B. bei Ihrer Menge mit einem Gartenhäcksler, der auch Kräuter sehr klein zerschneiden kann. Je feiner gehäckselt, desto besser (am besten mit Kräuterzerkleinerer à la Moulinex). Die Ölausbeute hängt auch stark davon ab, wo die Pflanze gewachsen ist: je mehr Sonne sie hatte, um so größer ist die Ausbeute an ätherischem Öl.
      Literatur bezüglich der Destillation von ätherischem Öl ist im deutschen Sprachraum so gut wie nicht vorhanden, wir sind gerade dabei, dies zu ändern, das Buch sollte im Laufe 2004 fertig sein (Skriptum gibt's ja schon, siehe linke Menüleiste).
      Danke, ebenfalls!

    Eintrag Nr. 41:

    Ich möchte gerne Zimtöl herstellen, kann man dazu die erhältlichen Zimtrinden verwenden? Diese scheinen mir aber sehr trocken zu sein, glaube nicht, daß hier ätherisches Öl enthalten ist, oder?
    Nun möchte ich gerne daraus eine Zimtseife herstellen, hat jemand eine Idee, wie man das machen kann?


    Josch, Wien
    16.Dez.2003 14:09:18


      Ja, verwenden Sie dazu die normalen Zimtrinden, diese müssen gut zerkleinert werden, an besten mit einer Zange. Die Ausbeute an ätherischem Öl ist bei der Zimtrinde sehr groß, das kann man fast nicht glauben, stimmt. Um nun eine Seife daraus herzustellen wird eine Seife oder Seifenflocken mit Wasser aufgekocht, nach dem Abkühlen auf Handwärme wird das Öl zugetropft.

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    Design und Implementierung:
    Helge Schmickl