Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 90:

    Ich wollte neulich ein ätherisches Orangenöl herstellen, doch es gab kein Öl! Vor einem jahr habe ich bereits einmal ein atherisches Öl gemacht und damals ging alles gut. Was habe ich diesmal falsch gemacht?

    Gruber Anna, Freiburg
    30.Sep.2004 17:12:56


      Oft hängt es von der Qualität der Orangen ab. Wurden diese z.B. grün geerntet, dann hat die Schale kaum ätherisches Öl. Leider haben Sie den Herstellungsvorgang nicht genauer beschrieben, dadurch kann ich Ihnen nicht sagen, was eventuell schief gegangen ist.

    Eintrag Nr. 89:

    hallo bettina!
    jetzt hab ich die nelken nochmal destilliert und ein kleines kügelchen öl gefunden - am boden der flasche - sinkt das nelkenöl auch ab? und hab ich vielleicht meine erste ausbeute übersehen, weil ich sie obenauf in der flasche gesucht habe?


    susanne sklenicka, wien
    30.Sep.2004 17:02:21


      Ja, stimmt, Nelkenöl ist schwerer als Wasser, ebenso wie Zimtöl. Sorry, dass wir das nicht vorher schon geschrieben haben.

    Eintrag Nr. 88:

    noch was - kann man eigentlich auch tee destilieren? und wie ist es mit ananas? - hat obst überhaupt ätherische öle? und die roten paprika?

    susanne sklenicka, wien
    29.Sep.2004 19:48:16


      Tee selbst enthält kein ätherisches Öl, es gibt zwar "Teeduft" für Parfums, dieses ist allerdings synthetisch. Obst hat keine ätherischen Öle, Gemüse auch nicht. Karottenöl gibt es, allerdings ist das Öl in den Samen, nicht in der Frucht.

    Eintrag Nr. 87:

    hallo aus wien!
    bin ganz glücklich mit meiner "leo" - habe unglaubliche ausbeute aus naschmarkts thymian erzielt - die zitronen haben auch fein öl gelassen, aber die nelken - es kam gar kein öl - nix - was mir sehr komisch vorkommt - ich habe 25 dag gewürznelken (auch vom Naschmarkt - ganz frisch aus indien angeblich) gut zermörsert - und 1 liter wasser verwendet - kann ich diese nelken ein zweites mal (vielleicht mit dem hydrolat?) destillieren?
    liebe grüsse - susanne


    susanne sklenicka, wien
    29.Sep.2004 19:42:39


      Freut mich!
      :-)
      Gewürznelken haben eine sehr hohe Ausbeute, mehr als das Doppelte von Thymian. Wie voll war denn die Destille mit den 250g? War sie nur halbvoll? Wenn ja, dann den Wasseranteil reduzieren, ich würde es mit 500 ml versuchen, dann bereits nach einem Fläschchen die Destillation beenden. Versuchen Sie es mit den Nelken selbst nochmal und frischem Wasser. Mit Hydrolat brauchen Sie nicht zu arbeiten, das kommt nur bei Pflanzen in Frage, die eine geringe Ausbeute wie Melisse oder Rosen haben. Sollte beim 2. Versuch wieder nichts herauskommen, dann liegt es an den Nelken selbst. Andere Möglichkeit: füllen Sie soviele Nelken wie möglich ein (je nach Stüttdichte sollten sich ca. 500 bis ca. 900g ausgehen können) und verwenden Sie wie gewohnt ein Liter Wasser.

    Eintrag Nr. 86:

    Wenn man z.B. Pfefferminztee macht, hat man dann im Tee auch ätherisches Öl? Kann man auch mit der "Teemethode" Öl gewinnen?

    Jopi, Kärnten
    23.Sep.2004 12:58:04


      Die Zutaten, Wasser und Pfefferminze, sind ident wie bei der Ölgewinnung. Bei der Herstellung einen ätherischen Öles benutzt man allerdings den WasserDAMPF und nicht das flüssige Wasser. Durch den Dampf wird dann das ätherische Öl aus der Pflanze herausgerissen. Kocht man die Pflanze nur im Wasser aus - wie das beim Tee der Fall ist, obwohl hier meist nicht mal gekocht wird, sondern nur heißes Wasser aufgegossen wird - so erhält man Wasser mit dem Krautgeruch und -geschmack, aber niemals ätherisches Öl.

    Eintrag Nr. 85:

    Hallo!
    Ich kenne von meiner Schulzeit die Wasserdampfdestilliation noch anders als hier beschrieben. Wir haben die Stoffe (Rosenblätter etc)in organische Lösungsmittel gegeben und dieses Gemisch dann in einen Kolben mit Wasserdampf erhitzt bzw. das Öl/Lösungsmittelgemisch ausgetrieben. Anschließend erhielt man nach dem Kühler ein 3-Phasengemisch aus ÖL/Lösungsmittel und Wasser. Ist diese Methode nicht wesentlich ertragreicher, da keine Öle im Wasser bzw. in den Blättern bleiben? Wie unterscheidet sich die Qualität dieser Öle von den hier wie hier beschriebenen Destillen (Aromakorb)? Soweit ich mich erinnern kann, war die richtige Kombination aus gewünschten Öl und Lösungsmittel wichtig da es nach der Destillation zu einer Trennung kommen mußte. Kennen sie die möglichen Kombinationen bzw. die geeignetse Lösungsmittel? Wie ist die Qualität der Öle, wenn ich den dampf direkt in den Kolben einleite, der mit den Blättern oder Gewürzen gefüllt ist? Das könnte ich leichter mit meinen vorhandenen Destille realisieren, da ich keinen Platz für den Aromakorb habe.
    Vielen Dank für ihre fachmänische Informationen.
    ML


    Markus L, OÖ
    29.Aug.2004 19:08:07


      Sie meinen eine spezielle Art der Lösemittelextraktion, ja, die ist wesentlich ertragreicher, das stimmt. Allerdings mit dem Nachteil, dass die Produkte dann mit diesem Lösemittel verunreinigt sind (auch wenn man's bis unter die Nachweisgrenze abtrennt), das Öl ist daher z.B. bei der Aromatherapie nicht mehr anwendbar. Bereits die Lösemittelrückstände aus den gekauften Ölen sind nicht bedenkenlos. Ein weiterer Nachteil: mit einem organischen Lösemittel haben Sie eine andere Zusammensetzung des ätherischen Öles, da ja die Löslichkeit anders ist, daraus ergibt sich eine andere Wirkstoff-Zusammensetzung. Zur industriellen Lösemittelextraktion wird z.B. nur n-Hexan (ohne Wasser/dampf) zusammen mit Rosenblättern in den Kessel gegeben. Danach wird das Lösemittel bis unter die Nachweisgrenze verdampft, das ist zuhause ohne Laborbedingungen kaum mehr möglich. Machen Sie dies nicht, dann haben Sie das Lösemittel auf der Haut, was keinesfalls gesund ist.
      Eine herkömmliche Wasserdampfdestillation ist gänzlich ohne Lösemittel. Ätherische Öle mittels Wasserdampfdestillation haben keine Lösemittelrückstände und können für alle Anwendungen verwendet werden. Sie können sehr wohl Wasserdampf in den Kolben einleiten, allerdings geben Sie in den Kolben nur die zerkleinerten Pflanzen und keinesfalls irgendein Lösemittel.

    Eintrag Nr. 84:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich habe letztes Jahr bei der Herstellung eines angesetzen Haselnusslikörs ein nicht unerhebliche Menge reines Nussöl erhalten. Ist es möglich dieses Öl auch über eine Wasserdampfdestilation zu extrahieren ?
    Vielen Dank
    M. Höllering


    M.Höllering, OÖ
    19.Jul.2004 15:54:20


      Beim Nußöl handelt es sich nicht um ätherisches, sondern um fettes Öl. Es wird in der Regel durch Kaltpressung gewonnen, Wasserdampfdestillation ist bei fetten Ölen nicht möglich. Die Extraktion mit organischen Lösemitteln funktioniert jedoch zumindest teilweise, wie Sie ja schon bemerkt haben...
      ;-)

    Eintrag Nr. 83:

    Nachtrag / Information zu Eintrag/Antwort Nr. 79
    Ein Steamer ist das Multitalent von Kombi-Backofen, der alles kann: dämpfen, backen, grillieren, mit Intervall sogar gleichzeitig dämpfen und backen - der Taum jeder Hausfrau aus Schweizer Produktion. Unterschiedliche Nahrumgsmittel wie Fisch, Gemüse, Früchte, Reis, Kartoffeln etc. werden gleichzeitig gegart. Weil die Wärme durch Kondensation übertragen wird, können sich die Aromen nicht vermischen, Vitamine, Minerale, Spurenelemente bleiben erhalten, es gibt keinen Gewichts- Farb- oder Geschmacksverlust, alles Gemüse wird super ohne Zugabe von Gewürzen und Fett. Brot u.a. Backwaren werden schöner und knuspriger als vom Bäcker.
    Ergänzung zur Anfrage Nr. 79:
    Den Dampf kann ich nicht in ein Gefäss leiten oder abfangen. Ich lege die Blüten u/o das Kraut in den gelochten Garbehälter und hoffe, die aufgefangene Flüssigkeit zur Herstellung von Oel verwenden zu können. Nennt man diese Flüssigkeit "das Hydrolat"? Was, wenn keine Oelschicht vorhanden. Hoffe sehr, es funktioniert mit dem Steamer.
    Herzlichsten Dank für Ihre Antwort und beste Grüsse
    Claudia Trinkler


    Claudia Trinkler, Sarmenstorf, Schweiz
    09.Jul.2004 09:13:33


      Danke für die ausführliche Erklärung, aber leider muß ich Sie enttäuschen, damit können Sie nicht destillieren. Eine (Wasserdampf-) Destillationsapparatur funktioniert wie folgt: Wasser wird zum Kochen gebracht und oberhalb, im Dampf, befinden sich die Kräuter. Soweit entspricht dies einem Steamer. Jetzt kommt der Unterschied: der Dampf (angereichert mit den ätherischen Ölen der Pflanzen) wird dann in einen Kühler geleitet, wo er kondensiert, also wieder flüssig wird. Das Destillat hat zwei Phasen, die wäßrige, das Hydrolat, und die Ölschicht.
      Sie müßten also ganz oben im Steamer ein Loch bohren und von dort den Dampf in einen Kühler leiten.
      Die Flüssigkeit die Sie meinen, der sogenannte "Sumpf", ist das was beim Destillieren überbleibt und, da die Inhaltsstoffe regelrecht zerkocht wurden, nur mehr zu verwerfen. Darin sammelt sich kein Öl. Der Sumpf ist kein Hydrolat (auch dieses hat sich NUR aus dem Dampf gebildet), sondern bestenfalls als sehr starker (ungenießbarer) Tee zu beschreiben.

    Eintrag Nr. 82:

    Hallo,
    ich bin Hobbyimker und würde gern eine Propolistinktur ohne Akohol herstellen. Normalerweise wird Propolis von Imkern in Weingeist (98%iger Alkohol) angesetzt und daraus dann die Tinktur durch Filterung gewonnen. Da aber immer mehr Nachfragen noch einer Propolistinktur ohne Alkohol kommen (speziell für Kinder), würde ich gerne wissen, ob man mit Wasserdampfdestillation eine Propolistinkutur herstellen kann, bzw. ob die sehr empfindlichen Inhaltsstoffe bei der Destillation beschädigt werden.
    schöne Grüße
    Herbert Daniel


    herbert daniel, Niederösterreich
    06.Jul.2004 09:04:22


      Nein, mit einer Wasserdampfdestillation kann eine Propolistinktur nicht hergestellt werden. Sie könnten es mit Öl versuchen (Jojobaöl o.ä.), aber dann ist es keine Tinktur mehr...

    Eintrag Nr. 81:

    Ich denke daran, den Duft einer bestimmten Blüte zu destillieren, die ähnlich wie eine Windenblüte aufgebaut ist, sehr fragil, und vom Duft her sehr zart. Ich habe in einem Buch einen Bericht gelesen (ich glaube aus Indien), wo solche fragile Blüten zuerst in ein auf Platten aufgetragenes Fett gepresst werden, wenn die Platten dann voll mit Blüten sind, wird dieses Fett (zusammen mit den Blüten ?) irgendwie weiterverarbeitet und die Duftessenz dann destilliert/extrahiert. Ist dieses Verfahren auch für Laien anwendbar ? Bzw. ist auch für solch fragile Duftnoten die Wasserdampfdestillation anwendbar ?
    Mit freundlichen Grüßen
    Ernst Grecht


    Ernst Grecht, Wachau/Österreich
    04.Jul.2004 23:20:54


      Bei diesem Verfahren handelt sich um die Enfleurage. Sie geben Schweinefett oder Kokosfett auf eine Glasplatte, ca. 1cm dick. Dann die Blüten auflegen, nach ca. 3 Tagen die Blüten entfernen (das Fett auf der Platte lassen) und durch frische ersetzen. Dies machen Sie ca. 1 Monat. Die Blütezeit muß daher auch solange dauern, da laufend frische Blüten benötigt werden. Danach die Blüten entfernen und das Fett mit Alkohol mischen, gut rühren und ein paar Stunden ziehen lassen. Die Flüssigkeit abfiltrieren. Sie können die alkoholische Lösung direkt verwenden bzw. weiterverarbeiten (in Seifen o.ä.). Soweit kann dies auch zu Hause, mit einfachen Gerätschaften gemacht werden. Industriell wird der Alkohol unter Vakuum abgedampft und der Rückstand mit org. Lösemitteln weiter verarbeitet, bis eine ölige Konsistenz entsteht. Für Blüten wie z.B. Jasmin kommt die Wasserdampfdestillation nicht in Frage, da die Ausbeute viel zu gering wäre.

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