Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 96:

    danke! hallo!
    gibt es erfahrungen mit ingweröl? kann ich den frischen ingwer nehmen? - schälen?
    und: ich habe zimt destilliert - hat wunderbar geklappt - aber! es muß noch irgendwo ein restchen kamillenöl in der destille gewesen sein (obwohl ich sie mit spülmittel und viel wasser und noch alkohol geputzt habe - dieses kamillenöl pickt irgendwie sehr)
    jetzt ist mein erstes zimtöl blaugrün und das im zweiten flascherl hellgrün - was ich mich frage: das zimtöl schwimmt unten und das der kamille oben - es sieht aber derweil nicht danach aus, als ob die beiden sich trennen wollten - passiert das nach einiger (wie langer) zeit? - ist mein zimtöl jetzt zum schmeissen, weil man nicht weiß, wie sich der zimt und kamille miteinander tun - oder kann ich diese menge vernachlässigen? es kann nur eine winzigkeit gewesen sein, aber durch dieses unglaublich intensive blau wirkt es so "falsch"
    liebe grüsse - susanne


    susanne, wien
    12.Okt.2004 17:33:32


      Sowohl die frische als auch die getrocknete Ingwerwurzel eignet sich für die Öldestillation. Die getrocknete Wurzel ergibt ein weniger scharf riechendes Öl. Auch hier gilt: je besser die Wurzel zerkleinert wird, desto höher wird die Ausbeute, ca. 2-3%. Schälen ist nicht notwendig.
      Das Problem der blauen Kamille kenne ich. Ein winziger Rest genügt, um alles einzufärben. Bezüglich Wirkung kann das vernachlässigt werden. Da die Kamillenölmenge im Verhältnis zum Zimtöl sehr gering ist, wird sich dieses vermutlich vom Zimtöl gar nicht abtrennen (ist darin gelöst), auch wenn Kamillenöl eigentlich oben schwimmen sollte.

    Eintrag Nr. 95:

    Hallo Dr. Schmickl!
    Ich baue mir gerade eine Kühlung für meine Destillationsanlage, mit der ich ätherisches Öl destillieren möchte und habe einige Fragen:
    Meine Anlage fasst 1,5 l Wasser. Wie groß muss meine Kühlung dementsprechend sein bzw. wieviel Oberfläche des Kühlrohres muss umschlossen werden? Wie viele "Schlangen" muss das Kühlröhrchen machen und wie große?
    Weiters habe ich eine Frage zu Lavendel und Nadelöl: Ist es günstig, aus den um diese Jahreszeit geerntete Nadelzweige, Nadelöl herzustellen? Mit welcher Sorte von Lavendel erzeile ich die besten Ergebnisse und gibt es diesen Lavendel auch in der Apotheke zu kaufen?
    Vielen Dank, Übrigends: Tolle Webside!!


    Andi, Tirol
    11.Okt.2004 17:19:54


      Danke!
      Wenn Sie eine Kühlspirale machen möchten, dann genügen für 1,5 Liter ca. 4-5 Schlingen, wobei diese ca. 3 cm voneinander Abstand haben sollten, der Durchmesser wäre ca. 10 cm. Für die Ölherstellung wäre aber eine Art Liebig-Kühler (ein gerades, ummanteltes Rohr) besser, da so das Öl nicht in den Spiralen hängen bleiben kann.
      Ja, man kann auch in dieser Jahrezeit noch Nadelöl gewinnen. Die Ausbeute ist allerdings im Frühjahr / Sommer höher. Bei Lavendel erzielen Sie mit allen Lavadin-Sorten die höchste Ausbeute, diese haben allerdings nicht so eine hohe Heilkraft wie z.B. Speiklavendel oder echter Lavendel. Sie können Lavendel auch in Apotheken kaufen, oft finden Sie getrockneten Lavendel auch auf diversen Märkten.

    Eintrag Nr. 94:

    hallo!
    ich frage mich, ob ich, wenn ich aus z.B. dem zimt das öl herausdestilliert habe, diesen zimt danach in alkohol einlegen kann, und diese stoffe, die ich sonst beim ansetzen in alk herausziehe, noch vorhanden sind, oder durch die destillation mitgenommen wurden - oder sind es die selben stoffe? (sorry, falls die frage doof ist - chemie war mir immer viel zu abstrakt und unübersichtlich) - dann hätte ich mehr von meinen kräutern und gewürzen, da ich auch (nach kneipps rezepten) kräuter und gewürzessenzen herstelle - und dafür werden diese in weingeist, oder ansatzkorn (kneipps favorit) angesetzt und dann ziehen gelassen
    liebe grüsse!


    susanne, wien
    06.Okt.2004 19:18:03


      Wenn die Kräuter oder auch Zimt destilliert wurden, so ist ein Großteil der Substanzen, die als Gemisch das ätherische Öle bilden, aus den Pflanzenteilen verschwunden und liegen nun als Öl vor. Ein viel kleinerer Anteil als vorher ist noch in den Pflanzen, vorallem in festem Destilliergut wie z.B. Zimt. Man kann Zimt daher noch ansetzen, allerdings wird das Aroma und die Wirkung niemals gleich sein wie bei frischen Zimt.
      Sie haben aber schon recht, es ist nicht der Fall, dass beim Destillieren und Ansetzen dieselben Inhaltsstoffe "herausgeholt" werden. Einige lassen sich besser destillieren, andere wiederum besser mit Alkohol extrahieren und bei wieder anderen gelingt beides. Daher: Ein Versuch ist es sicher wert, allerdings weiß ich leider nicht wie Sie dann mit einfachen Mitteln feststellen können, was im Angesetzten mit destilliertem Ansatzgut anders ist als bei frischem Ansatzgut.

    Eintrag Nr. 93:

    ich hoffe, ich nerv nicht - frage: wenn ich jetzt die kamillen oder was auch immer noch einmal destillieren will, tu ich das am besten gleich - oder lass ichs mal auskühlen und kann warten ?
    und gibt es etwas, was man beim nocheinmal durchlaufen lassen beachten o. keinesfalls tun sollte?
    danke!


    susanne, wien
    02.Okt.2004 01:01:12


      Gleich nochmals destillieren, nicht stehen lassen, sondern fängt alles an zu schimmeln (kann auch schon nach mehreren Stunden auftreten). Oder den Inhalt auf eine Fläche ganz dünn ausbreiten und trocknen lassen (nicht vergessen einmal täglich zu rütteln, wenden, durchmischen und wieder ausbreiten o.ä.). Nein, es gibt nichts besonderes zu beachten, wie gehabt destillieren.

    Eintrag Nr. 92:

    hi!
    pfefferminze: 425g - damit war die destille voll +1l wasser ergaben 6ml Öl - jubel
    - und nur ein und ein viertel flascherl (frizzante) hydrolat ist herausgeronnen
    kamille: 400g - 1l wasser : ein dünner blauer film und ein(nicht ganz volles) flascherl hydrolat
    - wo ist den das ganze wasser hin? hängt das noch in den blüten/blättern? die waren sehr pulvrig zum teil -
    unten war jedenfalls kein wasser mehr drin, es hat auch nichts rausgedampft
    - ist kamille grundsätzlich nicht sehr ergiebig?
    und:
    ich hab unten küchenrolle reingetan, und mir dann gedacht: sind da jetzt nicht irgendwelche bleichmittel in meinem öl drin?
    - ich werde mir ein feines drahtgitter zulegen, und ein großes teesieb basteln - gute idee?
    liebe grüße


    susanne, wien
    02.Okt.2004 00:53:34


      Pfefferminze: gratuliere! Da Minze sehr ergiebig ist, können Sie beim nächsten mal auch 1,5 l Wasser verwenden. Aber nicht mehr, sonst befinden sich die unteren Blätter bereits im Wasser.
      Kamille: Ja, stimmt, Kamille ist nicht so ergiebig (ca. ein Drittel der Pfefferminze). Wir hatten bei einem Versuch mit getrockneten Kamillenblüten aus der Apotheke nicht einmal einen dünnen Film (die Ausbeute hängt sehr stark davon ab wie die Blüten geerntet und getrocknet wurden). Und es stimmt auch, dass diese wie ein Schwamm wirken und das Wasser aufsaugen. Sowas weiß man aber immer erst nach einem Erstversuch. Daher wären auch hier 1,5 Liter sinnvoll, allerdings wird dann die Ölausbeute nicht höher, sondern eher geringer ausfallen. Wenn Sie das Hydrolat nicht brauchen, würde ich also trotzdem bei einem Liter bleiben. Die Küchenrolle ist schon in Ordnung, Bleichmittel vom Papier gehen bei der Destillation nicht mit. Ihre Idee ist aber super!

    Eintrag Nr. 91:

    noch mehr fragen - wie heißt dieses teil, mit dem ich die spritze verlängern kann, um bis zum boden der flasche zu kommen? beim dritten versuch hab ich jetzt doch ein halbwegs großes nelkenölkugerl in meiner flasche) und dieses weiße band zum abdichten des kessels? danke für eure hingabe, mir der ihr all die fragen beantwortet - liebe grüsse

    susanne, wien
    01.Okt.2004 19:34:27


      Für das Abdichten des Kessels ein Teflonband verwenden, gibt es in jedem Baumarkt (heißt auch "Gewindedichtband aus PTFE"). Für das Abtrennen von schwereren Ölen: auf die Spritze zuerst einen dünnen Schlauch, am besten Silikonschlauch (in Sanitätsgeschäften für Arztzubehör usw. erhältlich), stecken. Auf den Schlauch dann erst die Kanüle.

    Eintrag Nr. 90:

    Ich wollte neulich ein ätherisches Orangenöl herstellen, doch es gab kein Öl! Vor einem jahr habe ich bereits einmal ein atherisches Öl gemacht und damals ging alles gut. Was habe ich diesmal falsch gemacht?

    Gruber Anna, Freiburg
    30.Sep.2004 17:12:56


      Oft hängt es von der Qualität der Orangen ab. Wurden diese z.B. grün geerntet, dann hat die Schale kaum ätherisches Öl. Leider haben Sie den Herstellungsvorgang nicht genauer beschrieben, dadurch kann ich Ihnen nicht sagen, was eventuell schief gegangen ist.

    Eintrag Nr. 89:

    hallo bettina!
    jetzt hab ich die nelken nochmal destilliert und ein kleines kügelchen öl gefunden - am boden der flasche - sinkt das nelkenöl auch ab? und hab ich vielleicht meine erste ausbeute übersehen, weil ich sie obenauf in der flasche gesucht habe?


    susanne sklenicka, wien
    30.Sep.2004 17:02:21


      Ja, stimmt, Nelkenöl ist schwerer als Wasser, ebenso wie Zimtöl. Sorry, dass wir das nicht vorher schon geschrieben haben.

    Eintrag Nr. 88:

    noch was - kann man eigentlich auch tee destilieren? und wie ist es mit ananas? - hat obst überhaupt ätherische öle? und die roten paprika?

    susanne sklenicka, wien
    29.Sep.2004 19:48:16


      Tee selbst enthält kein ätherisches Öl, es gibt zwar "Teeduft" für Parfums, dieses ist allerdings synthetisch. Obst hat keine ätherischen Öle, Gemüse auch nicht. Karottenöl gibt es, allerdings ist das Öl in den Samen, nicht in der Frucht.

    Eintrag Nr. 87:

    hallo aus wien!
    bin ganz glücklich mit meiner "leo" - habe unglaubliche ausbeute aus naschmarkts thymian erzielt - die zitronen haben auch fein öl gelassen, aber die nelken - es kam gar kein öl - nix - was mir sehr komisch vorkommt - ich habe 25 dag gewürznelken (auch vom Naschmarkt - ganz frisch aus indien angeblich) gut zermörsert - und 1 liter wasser verwendet - kann ich diese nelken ein zweites mal (vielleicht mit dem hydrolat?) destillieren?
    liebe grüsse - susanne


    susanne sklenicka, wien
    29.Sep.2004 19:42:39


      Freut mich!
      :-)
      Gewürznelken haben eine sehr hohe Ausbeute, mehr als das Doppelte von Thymian. Wie voll war denn die Destille mit den 250g? War sie nur halbvoll? Wenn ja, dann den Wasseranteil reduzieren, ich würde es mit 500 ml versuchen, dann bereits nach einem Fläschchen die Destillation beenden. Versuchen Sie es mit den Nelken selbst nochmal und frischem Wasser. Mit Hydrolat brauchen Sie nicht zu arbeiten, das kommt nur bei Pflanzen in Frage, die eine geringe Ausbeute wie Melisse oder Rosen haben. Sollte beim 2. Versuch wieder nichts herauskommen, dann liegt es an den Nelken selbst. Andere Möglichkeit: füllen Sie soviele Nelken wie möglich ein (je nach Stüttdichte sollten sich ca. 500 bis ca. 900g ausgehen können) und verwenden Sie wie gewohnt ein Liter Wasser.

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