Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 451:

    Guten Tag
    Ich habe das Buch ätherische Öle selbst herstellen gelesen und habe Destilliert. Ich finde das buch sehr hilfreich, das einzige was mich stört ist, dass manchmal nur die Ausbeute der samen (und des getrockneten) produktes angegeben ist.
    Ich wollte fragen ob die ausbeute bei frischem ingwer kleiner ist und wie ich den ingwer trocknen soll.
    Danke im Voraus
    Rolf

    P.S. Ich habe 1,5 kg ingwer für 11 chf in einem indischen laden gekauft :)


    Rolf, Schweiz
    20.Jan.2015 13:03:25


      Viele Pflanzenmaterialien, vorallem aus exotischen Ländern, sind hier in Mitteleuropa nicht frisch erhältlich. Wurzeln werden normalerweise immer getrocknet und fermentiert vor der Destillation, das schließt das harte Material auf, sodass beim Destillieren das ätherische Öl besser entweichen kann. Frischer Ingwer ist jedoch relativ weich, sollte daher auch ohne Trocknen funktionieren. Einige Tropfen Anti-Schaum zugeben, sonst schäumt es wie verrückt, der Kesselinhalt kocht über, beim Kühler kommt dann so eine Art Ingwertee mit Schaum heraus...
      Ingwer würfelig schneiden, auf einem Packpapier ausbreiten, bei Zimmertemperatur liegen lassen, anfangs täglich wenden, nach ein/zwei Wochen nur noch alle paar Tage, nach weiteren zwei Wochen nur noch einmal wöchentlich. Direktes Sonnenlicht meiden, wärmt das Material auf, die Folge ist Ölverlust.

    Eintrag Nr. 450:

    Hallo
    Ein herzliches Danke vorerst fuer die tolle und ausfuehrliche Beratung und richtige Entscheidung der Destille. Ich bin sehr zufrieden mit der Leonardo und Destilliere alles was sich findet:-)
    Nun hab ich 2 Fragen
    1. Die Destille wird recht dunkel mit der Zeit vor allem im Innenraum also reinige ich sie oft mit Zitrone und Salz oder ab und an mit Zitronensaeure. Ich habe gelesen das ich im Innenraum aufpassen sollte da das metall sich dunkel verfaerbt. Nun ich habe nicht aufgepasst. Ist das noch zu reinigen? Und beeintraechtigt die Verfaerbung das Destillat?
    2. Ich machen zum groessten Teil Hydrolate und wenn ich trockene Kraeuter habe kann ich auch bis 1:3 oder mehr destillieren. Leider kann ich die Destille oft nicht ganz fuellen weil ich nicht genuegend Wasser einfuellen kann. Mit 1 1/5 liter werden die kraeuter schon mit Wasser beruehrt. Wobei bei der kleinen Leonardo ich oft 2-3 liter brauchen koennte.Gibt es auch einen groesseren Wasserkessel zur Leonardo oder waere das in Planung? Ich liebaeugel schon auf die groessere Leonardo kann da auch schon zur Bestellung ein groessere Wasserkessel angefragt werden? Kann sowas angefertigt werden?
    Vielen Dank inzwischen
    Nicole


    Nicole, Suedtirol
    19.Jan.2015 18:12:07


      Danke, das freut uns!
      ad 1) Das ist Patina, ist eine Schutzschicht, hat nichts mit Grünspan (giftig) zu tun, der ist tatsächlich grün. Die Anlage mit einem Putzschwämmchen und Geschirrspülmittel reinigen genügt vollkommen, metallisches Kupfer ist sehr reaktiv, oxidiert immer an der Oberfläche und wird mit der Zeit daher dunkel.
      ad 2) Sie können den Kühler auch abnehmen und oben frisches Wasser nachfüllen. Größere Kessel als 2 Liter sind in Österreich meldepflichtig, auch wenn nur Wasser damit destilliert wird.

    Eintrag Nr. 449:

    Hallo!
    Meine Frage ist ob ich zerkleinertes Material auch am nächsten Tag, mit gleicher Ausbeute verwenden kann?
    Und wie packe ich es richtig ein um das ätherische Öl nicht zu verlieren ?
    Danke im voraus und liebe Grüße Sylvia Narnhofer!


    Narnhofer Sylvia, steiermark
    10.Okt.2014 20:56:06


      Wird frisches zerkleinertes Pflanzenmaterial in Form eines Haufens auch nur einen Tag liegen gelassen, beginnt es zu fermentieren. Das merkt man daran, dass das Innere des Haufens warm wird. Ausbeuteverluste und schlechtere Qualität sind die Folge. Oft tritt die Fermentation schon nach einigen Stunden ein. Daher am besten auf einem Packpapier zu einer dünnen Schicht ausbreiten, und einmal täglich wenden, sodass es trocknen kann ohne zu fermentieren oder zu schimmeln. Getrocknete oder angetrocknete Kräuter können problemlos auch destilliert werden.

    Eintrag Nr. 448:

    Hallo und erstmal ein großes Dankeschön für die profunde Beantwortung meiner bisherigen Fragen!
    Zum Eintrag 108 und 110: Da wird Trägeröl verwendet, um sehr geringe Mengen von ätherischem Öl bzw. dessen Reste aus dem Hydrolat herauszubekommen. Damit kauft man sich auch eine geringere Haltbarkeit ein. Meine Frage: ist mit der Haltbarkeit von Jojobaöl (2-3 Jahre lt. Buch) das Maximum erreicht? Ist dieses Öl völlig geruchlos und wie erkennt man dessen gute Qualität beim Einkauf (oder ev. eines länger haltbaren, ebenfalls geruchlosen Öls)?


    Erwin H., Österreich
    14.Sep.2014 21:39:14


      Danke, wir bemühen uns!
      Stimmt, pflanzliche fette Öle sind im allgemeinen "nur" einige Jahre haltbar. Ja, dieses Öl ist geruchslos, Qualität ist am Preis erkennbar. Nur durch Aussehen, Geruch, Verhalten auf der Haut etc. ist das ohne entsprechender Erfahrung leider nicht möglich.
      Fettes Öl wird ranzig wenn es nicht mehr zu verwenden ist, daher geruchlich eindeutig erkennbar.

    Eintrag Nr. 447:

    Hallo an das Forum,
    zunächst einmal ein dickes Lob an die Verfasser des Buches "Ätherische Öle selbst hergestellt". Sehr liebevoll aufbereitet, mit vielen Bildern. Noch dazu viele praktische Tipps zur Weiterverarbeitung, s. Parfüm, Badeöle etc. Allein für dieses Thema ist es schwierig ein praktisch orientiertes Buch zu finden. Also.. Sehr gute Arbeit! :-).. und danke auch für die heutige freundliche Tel. Beratung!

    Nun meine Frage, die zwar bereits ähnlich gestellt wurde, aber mir noch nicht komplett beantwortet schien.
    Mir geht es um die Florentiner Vase (s. 67/68 im Buch) und das Prinzip des Ölablaufs. Klar ist, das Hydrolat tropft bei Überlauf aus dem Schwanenhals (U-Bogen) ab. Allerdings, wie soll das mit dem Ölabfluss funktionieren? Die Ölmenge ist ja variabel und wird mehr je länger der Vorgang der Destillation dauert. Zudem muß sich das Öl ja erst einmal absetzen, braucht also Zeit. Demnach ergibt ein kontinuierlicher Ablauf des Öles keinen Sinn. Und... wo (auf welcher Höhe) setze ich das Rohr bzw. den Ölablauf an der Florentiner Vase an? Wie gesagt, die Ölmenge kann ja variieren... Kontinuierlicher Ablauf oder gibt es ein Ventil?

    Zweite Frage: Warum soll der Einlauf für das Kaltwasser im Kühlkessel unten sein und nicht oben? Wegen gutem Erfahrungswert?... oder weil der eingearbeitete Helm wo sich der Dampf absetzt einfach sehr flach ist und sich das Wasser vermutlich am Boden v.a. erhitzt (also konstruktionsbedingt)?

    Danke im Voraus!

    Andreas


    Andreas K., Bayern
    10.Sep.2014 16:09:29


      Danke, das freut uns! :-)

      Florentiner Vase ohne Ölabfluss:
      Öl-Hyrolat-Gemisch fließt in die vorerst leere Vase und trennt sich sofort voneinander. Öl schwimmt obenauf (das Prinzip funktioniert nur bei Ölen leichter als Wasser). Wenn die Vase voll ist rinnt über den Schwanenhals die überschüssige Flüssigkeit ab. Da der Schwanenhals unten an der Vase beginnt, kann im vollen Zustand somit kein Öl nach unten strömen und gelangt somit auch nicht in den Schwanenhals. Wird also weiterhin Öl-Hydrolat-Gemisch in die Vase gegeben, bleibt der obere Flüssigkeitsspiegel (der vom gesamten Inhalt) gleich hoch, der Schwanenhals ist schließlich der Überlauf, aber die Ölschicht wird immer dicker, d.h. der untere Flüssigkeitsspiegel (Öl zu Hydrolat) sinkt immer weiter nach unten.
      Florentiner Vase mit Ölabfluss:
      gleich wie oben, nur dass es in exakt gleicher Höhe wie der höchste Punkt vom Schwanenhals im Inneren des Gefäßes noch einen zusätzlichen Überlauf für's Öl gibt. Beim Auffüllen bildet sich wieder eine Ölschicht, die Schichthöhe ist abhängig vom Ölgehalt des Gemisches. Sobald die Vase voll ist und weiter Gemisch zugeben wird, bleibt der Flüssigkeistspiegel Öl-Hydrolat diesmal jedoch unverändert, das Öl rinnt über den inneren Überlauf ab. Das Gemisch wird in der Regel über einen Trichter zugegeben, dessen Stiel so lange ist, dass er bis in die Hydrolatschicht hinein reicht. Verlässt beim Eingießen das Gemisch den Stiel, strömt das Öl somit nach oben.
      Stimmt, die Abtrennung ist nicht wirklich vollständig, daher werden in der Regel auch mehrere solcher Florentinervasen hintereinander geschalten. Solche Geräte sind nur im industriellen Maßstab mit großen Ölmengen sinnvoll einsetzbar, da ja trotz allem ein gewisser Schwund des wertvollen Öles nicht zu vermeiden ist. Z.B. die Ölschicht die in der Vase notwendig ist, damit überhaupt Öl aus dem inneren Überlauf abrinnen kann. Ohne Schicht rinnt natürlich nur Hydrolat bzw. im besten Fall wieder ein Gemisch aber kein reines Öl ab. Daher ist es im kleinen Maßstab viel sinnvoller so vorzugehen wie im Buch ausführlich beschrieben.

      Die LEONARDO® wurde von uns so konstruiert, dass der Kühler auch tatsächlich wie ein Kühler funktioniert und der gesamte Dampf problemlos vollständig kondensieren kann. D.h. die Kühlkuppel im Inneren ist entsprechend hoch und das Wasserbecken darüber ausreichend groß um dies zu gewährleisten. Da ist nichts "sehr flach". Ein flacher "eingearbeiteter Helm" wäre schlichtweg eine Fehlkonstruktion, ebenso ein Zu- und Ablauf des Kühlwassers in gleicher Höhe. Wie soll da das warme Wasser vom zugeleiteten Wasser verdrängt werden?
      Übrigens sind alle inneren Bereiche des Kühlers und der restlichen Anlage mit der Hand und einem Putzschwämmchen frei zugänglich, sodass die gesamte Anlage restlos gründlich gereinigt werden kann. Denn nichts ist lästiger, als wenn Reste der vorherigen Destillation das ätherische Öl bzw. Hydrolat verunreinigen. Da treten dann so Effekte auf wie tiefblaues Lavendelöl, weil vorher Kamille destilliert wurde.

    Eintrag Nr. 446:

    Im Herbst fällt allerhand an Rückschnitt an. Bei wenig wüchsigen Pflanzen ist es aber so wenig, dass man die Destille Leonardo Classic kaum sinnvoll füllen kann (wie ich vermute).
    Frage 1: Wo ist der Schwellenwert bei Kräuter (in Volumen oder Gewicht), ab dem man eine Destillation mit der Leonardo Classic durchführen kann? Und wieviel Wasser nimmt man dann?
    Frage 2: Kann man Kräuterarten zur Not auch mischen um die Destille voll zu bekommen? Wenn nein, warum ist das nicht ratsam? Ich habe eine subtropische Salbeiart, etwas Estragon, Chinesischer Gewürzstrauch, Ysop, Basilikum, Zitronenverbene - für jede Art vermutlich zu wenig zum rein Destillieren, aber in Summe käme wohl auch eine Füllung zusammen.


    Erwin H., Österreich
    07.Sep.2014 18:36:28


      ad 1) Unsere kleinste Menge war eine handvoll Material. Natürlich kam kein Öl dabei heraus, aber trotzdem ein wunderbar duftendes Hydrolat.
      ad 2) Ja, selbstverständlich ist das auch möglich, das ist dann Ihr persönlicher "Sommerduft 2014" ;-)

    Eintrag Nr. 445:

    Hallo!
    Nachdem ich nichts gefunden habe, hier meine Frage: Kann man Öl aus den Blüten der Kranzschlinge, Stephanotis floribunda, destillieren? Ich sehe nämlich gerade wie meine üppig Knospen bildet, und die Blüten riechen immer sehr intensiv.
    Danke!


    Patrick Höninger, Mitterkirchen
    12.Aug.2014 20:30:41


      Kann mir gut vorstellen, dass Sie nichts gefunden haben, weil alle Teile der Pflanze giftig sind. Selbst wenn es möglich ist daraus ätherisches Öl herzustellen, wäre dies keinesfalls sinnvoll.

    Eintrag Nr. 444:

    Sg.Bettina!
    Habe eine Leonardo destille bei ihnen gekauft, nun habe ich Schwierigkeiten das destilliergut bleibt teilweise trocken? Danke für eine Antwort !
    LG. Sylvia


    Narnhofer Sylvia, St. Michael
    12.Aug.2014 17:50:05


      Das sind keine Schwierigkeiten, das Gegenteil ist der Fall, es zeigt, dass alles super funktioniert! Dampf IST trocken, daher sollte auch das Destilliergut nach der Wasserdampfdestillation trocken sein. Wenn nicht, ist das Wasser innen übergekocht, wegen zu hohem Druckaufbau (zu dicht gestopft) oder wegen schäumendem Material. In beiden Fällen besteht die Gefahr, dass der kochende Sud beim Kühler heraus kommt.

    Eintrag Nr. 443:

    Hallo,
    ich habe eine Frage zur Ausbeute! Auf Ihrer Seite steht:
    Ölausbeuten bei anderen Pflanzen (beispielhaft):

    Lavendelblüten: 24 ml
    Fenchelsamen: 31 ml
    Eukalyptusblätter: 14 ml
    Minze: 7,2 ml
    Lorbeerblätter: 12 ml
    Goldmelisse (Monarde): 7,5 ml

    Welche Masse an Ausgangsmaterial wurde denn benutzt? Vorallem bei den Lavendelblüten würde es mich interessieren!


    Alex, Ausbeute
    16.Jul.2014 23:56:13


      Soviel wie in die LEONARDO® CLASSIC hineinpasst: 3,6 Liter. Das Gewicht ist abhängig vom verwendeten Pflanzenmaterial. Grob geschätzt zwischen 400 und 800 g. Lavendelblüten ca. 400 g.
      Anmerkung, weil dies oft zu Verwechslungen führt: UNTER dem Pflanzenmaterial also in den untersten Teil der Anlage, dem eigentlichen Kessel, passen maximal 2 Liter Wasser.

    Eintrag Nr. 442:

    Hallo jetzt habe ich noch eine Frage. Bei meiner Destilliermaschine zu 10 Liter kommt beim Destilieren das Destillat sehr warm schon eher heiss heraus trotz staendiger kuehlung. Muss das so sein? Beeintraechtigt das nicht die qualitaet? Die Maschine ist so konstruiert wie die Leonardo Destille ist aber keine. Liebe Gruesse Nicole

    Nicole Wirths, sudtirol
    13.Jul.2014 09:13:30


      Dann ist der Kühler schlichtweg viel zu klein dimensioniert, um nicht zu sagen eine Fehlkonstruktion. Selbstverständlich beeinträchtigt das die Qualität, weil die leicht flüchtigen Bestandteile des ätherischen Öles bzw. des Hydrolates sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auflösen.

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