Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 136:

    Hallo!
    Ich verwende zum Destillieren eine 50l-Kessel Schnapsdestillationanlage mit einem Korb im Dampfraum. Der Kessel ist ca. mit 15l Wasser gefüllt. Der Korb mit den Pflanzen darin hat ein Volumen von 10l und befindet sich über dem Wasserspiegel. Ich habe ihn komplett mit zerkleinerten Lavendelblättern gefüllt. Der Dampf wird über ein ca. 1,5m langes Rohr in den Kühler geleitet. Der Kühler befindet sich höher als der Kessel weshalb das Rohr ca. 30° zur Waagrechten ansteigt, bevor es in den Kühler mündet.
    Die Ausbeute des Öles war so gut wie null. Nicht ein Film von Öl war sichtbar. Ich habe nach 2,5 Stunden nur ca. 10 Liter duftendes Hydrolat erhalten.
    Könnte das Rohr die Ursache sein? Wenn ja, warum.
    Ist die Wassermenge im Kessel zu hoch und deshalb die Konzentration des Öls im Destillat zu niedrig?
    Habe ich zu lang destilliert?
    Könnte man das Öl aus dem Wasser mittels Mischen mit Alkohol herausbekommen? Oder würde es sich nach 2 Wochen vielleicht alleine oben absetzten? Ich möchte ein möglichst hoch konzentriertes Duftöl.
    Was könnte sonst noch die Ursache sein?
    Vielen Dank im Voraus.


    Stefan, Steiermark
    26.Apr.2005 18:23:22


      7-10 Liter Wasser würden genügen. Je mehr Wasser desto geringer ist die Ausbeute, weil sich ein Teil vom Öl im Wasser löst. Daumenregel: je kg Pflanzen ein Liter Wasser.
      Das ansteigende Rohr ist sehr schlecht für die Ölgewinnung, versuchen Sie, das Rohr zumindest waagrecht, besser leicht abwärts, zum Kühler zu führen. Das Rohr erzeugt einen Reinigungseffekt, es entsteht eine Art Rektifikation, die das ätherische Öl in die falsche Richtung abtrennt. Dadurch wird die Ölausbeute und die Ölqualität deutlich gemindert. Die Destillationsdauer stört nicht.
      Mit Alkohol können Sie das Öl nicht aus dem Hydrolat gewinnen, da Alkohol mit Wasser vollkommen mischbar ist. Ist das Hydrolat trüb? Wenn ja, ist zumindest ein wenig Öl vorhanden, dann könnten Sie folgendes versuchen: Das Hydrolat mit einem fetten, also gepresstem Öl (im wesentlichen die Trägeröle, z.B. Jojoba, Mandel, Maiskeim, Sonnenblumen usw.) und einem Scheidetrichter auszuschütteln. Dieser Vorgang ist im Buch genau beschrieben. Da das ätherische Öl im fetten Öl viel besser löslich ist als in Wasser, wird es von diesem aufgenommen. Das Produkt können Sie z.B. als Massageöl verwenden, das ausgeschüttelte Hydrolat eignet sich als Bügelwasser bzw. für Duftlampen.
      Das ätherische Öl wird sich von selbst im Hydrolat nicht absetzen, weil es wie beschrieben im Wasser gelöst ist.
      Zerkleinerungsgrad: je größer die Pflanzenteile, desto geringer die Ausbeute. Daher sollte die "Korngröße" maximal 3 bis 5 mm sein.
      Die beschriebenen Punkte sind Gründe für geringe Ausbeute und schlechte Qualität, aber es sollte zumindest etwas Öl vorhanden sein. Der Grund für überhaupt kein Öl liegt mit Sicherheit am Pflanzenmaterial selbst. Abgesehen vom richtigen Blütenstand ist es insbesondere beim Lavendel sehr entscheidend zu welcher Tageszeit und bei welcher Sonneneinstrahlung er geerntet wurde, er könnte auch falsch getrocknet worden sein. Die Sorte ist natürlich auch sehr wichtig. Nicht jede Lavendelsorte enthält auch ätherisches Öl.

    Eintrag Nr. 135:

    Hallo,
    Ich kenne mich bisher garnicht mit der Destillation von ätherischen Ölen aus. Deshalb hier ein paar Verständnisfragen: Die Stofftrennung per Destillation beruht auf der Tatsache, dass die eine Komponente schwerer- bzw. die andere leichter flüchtig ist (z.B. bei einem Alkohol-Wasser-Gemisch). Hängt das unmittelbar mit den Siedepunkten zusammen? Wenn ja, wo liegt im Allgemeinen der Siedepunkt von ätherischen Ölen? Wie verhält sich das ganze, wenn man im Vakuum destillieren würde, gäbe es einen Vorteil? Wie lässt sich das Ergebnis solch einer Destillation messen (% Ausbeute o.ä.)?


    Alex, Sachsen-Anhalt
    25.Apr.2005 11:27:38


      Das Prinzip, dass eine Komponente leichter, eine schwerer flüchtig ist, gilt nur für die "normale" Destillation, also das Trennen von zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Siedepunkten. Die Wasserdampfdestillation trennt aber nicht zwei Flüssigkeiten, sondern es wird mit Wasserdampf der Ölanteil aus einem Feststoff "herausgerissen", also ein völlig anderes Prinzip. Dadurch gelingt es auch Öle zu gewinnen, deren Siedepunkt z.T. weit über 100°C liegen.
      Wegen der Wasserdampfdestillation ist es auch nicht sinnvoll unter Vakuum zu arbeiten, abgesehen davon wäre die Zusammensetzung des Öles auch nicht dieselbe. Weiters ist die Ausbeute viel geringer.

    Eintrag Nr. 134:

    Guten Tag!
    Ich habe eine Frage zur Parfumherstellung:
    Wie muss ich vorgehen beim mischen?
    Muss ich zuerst die Basis-, Herz- und Kopfnoten zusammenmischen, (diese dann eine Nacht im Kühlschrank aufbewahren)und dann den Alkohol dazu geben.Oder muss ich die ätherischen öle gleich mit Alkohol zusammenmischen?(und dann kühl lagern)
    Können Sie mir sagen wie viel Anteile die Basis-, Herz- und Kopfnoten haben.
    Vielen Dank
    lg valerie


    valerie, berlin
    23.Apr.2005 16:45:16


      Zuerst stellen Sie die Basis her (Geruchstest mittels Kartonstäbchen, wie im Buch beschrieben), dann die Herz- und schließlich die Kopfnote. Arbeiten Sie immer bereits mit den verdünnten Lösungen, d.h. 20% Öl in Alkohol. Sind Sie mit der Duftkomposition zufrieden, erfolgt das Mischen: Sie stellen wieder zuerst die Basis her, dann die Herz- und Kopfnote zur Basis zugeben. Das Gemisch schwenken, und zumindest 2-3 Monate kühl stehen lassen.
      Das Parfum besteht zu 50% aus Basis, und jeweils 25% aus Herz- und Kopfnote.

    Eintrag Nr. 133:

    Hallo, ich habe mir in Ägypten eine Parfumessenz zur Herstellung von Parfum oder Aftershave gekauft. Nun weiss ich aber leider nicht mehr das richtige Mischungsverhältnis von Essenz-dest.Wasser-Alkohol. Bitte um Weiterhilfe bei meinem Problem.

    Markus Wenzl, Wien
    19.Apr.2005 21:35:12


      Parfum enthält 20% ätherisches Öl, d.h. in 10 ml Parfum sind 2 ml ätherisches Öl enthalten. Der Rest ist Alkohol oder ein Trägeröl, z.B. Jojobaöl.
      Für ein Aftershave verwenden Sie 20 ml Alkohol auf 100 ml destilliertes Wasser und 1-2 Tropfen ätherisches Öl. Die Angaben beziehen sich auf reines ätherisches Öl, nicht auf eine Essenz. Sie sollten zuerst feststellen, wieviel ätherisches Öl Ihre Essenz enthält.
      Genauere Angaben und noch mehr Rezepte finden Sie im Buch "Ätherische Öle selbst herstellen".

    Eintrag Nr. 132:

    Hallo,
    ich suche schon lange nach einem Rezept, um Wacholderöl selbst herzustellen. Könnt Ihr mir helfen.
    Viele Grüße
    Antje


    Antje, Sachsen
    18.Apr.2005 16:50:21


      Wacholderöl können Sie aus den frischen oder getrockneten (ergibt einen etwas herberen Duft) Beeren oder auch aus den frischen Ästen herstellen. Egal welche Variante Sie wählen, Sie müssen alles vorher gut zerkleinern, die Beeren zerstoßen. Auf 1 kg Beeren oder Äste kommt ca. 1 Liter Wasser, das Pflanzengut muß im Dampfraum sein. Überdestillieren und fertig. Das schöne am Wacholderöl: auch die Ausbeute ist sehr zufriedenstellend.
      Da auch das Hydrolat einen relativ hohen Ölgehalt hat, kann dieses sehr gut weiterverarbeitet werden.

    Eintrag Nr. 131:

    Hallo, Gibt es eine Destille mit der man sowohl Ätherisches Öl als auch Schnaps gewinnen kann? Freue mich sehr über Antworten !

    Schilling Sabine, Deutschland /Bayern
    14.Apr.2005 16:58:49


      Ja, mit der Anlage Deluxe können Sie sowohl Alkohol destillieren als auch ätherische Öle herstellen. Auch die Anlage CLASSIC auf der homepage www.schnapsbrennen.at eignet sich für beide Herstellungsarten. Allerdings sollten für Öle bei beiden Anlagentypen die größeren Kessel, also 7,8 oder 5 Liter, verwendet werden.

    Eintrag Nr. 130:

    Hallo,
    kann ich für die Destillation auch destilliertes Wasser in den Kessel füllen (Aus einem gekauften Kanister) oder worin liegt der Unterschied zum Trinkwasser?
    Gruß Andrea


    Andrea, Hessen
    31.Mär.2005 16:14:25


      Im Trink- oder Leitungswasser sind im Gegensatz zum destillierten Wasser immer Salze, Kalk und Mineralien gelöst. Die Menge dieser gelösten Feststoffe hängt von der Region ab, woher das Wasser stammt.
      Sie können für das Destillieren von ätherischen Ölen normales Leitungswasser verwenden, da durch die Wasserdampfdestillation daraus ohnhin destilliertes Wasser, also das Hydrolat, entsteht.

    Eintrag Nr. 129:

    Hallo!
    Ich benötige ganz dringend eure Hilfe. Und zwar habe ich in meinen Studium gerade ein Projekt zu laufen, in dem es um pflanzliche Restprodukte (Abfälle)geht, welche mit Wellness in Verbindung gebracht werden sollen. Dabei sind wir auf die Minzstengel gekommen. Hier nun meine Fragen:
    Kann man nur aus den Stengel ein ätherisches Öl herstellen? Und wenn ja, WIE???


    Kathleen, Osnabrück
    26.Mär.2005 11:06:21


      Ja, Minzstengel enthalten auch eine geringe Menge ätherisches Öl. Die Stengel zuerst gut zerkleinern z.B. mit einem Küchenzerkleinerer, je kleiner desto höher ist die Ölausbeute, und dann mit Wasserdampf destillieren.

    Eintrag Nr. 128:

    Schönen guten Tag
    können Sie mir bitte sagen ob und wie ich aus Weihrauchkörnern ätherisches Öl gewinnen kann? Ich wäre wirklich sehr dankbar für eine diesbezügliche Anleitung.
    Schönen Tag
    Mara


    Mara, Deutschland
    23.Mär.2005 10:54:00


      Ja, Sie können aus Weihrauch ätherisches Öl herstellen. Industriell wird mit Lösemittelextraktionen gearbeitet, Sie selbst können es aber auch durch Wasserdampfdestillation herstellen. Die Ausbeute ist bei der Wasserdampfdestillation allerdings geringer. Da es sich bei Weihrauch um ein Harz handelt, sollten Sie den Weihrauch nicht einfach wie bei Kräutern in eine Destille füllen sondern in einen eigenen Drahtkorb o.ä. geben. Gut wären auch kleine Zwischenböden zwischen dünnen Weihrauchlagen. Der Grund: das Harz wird beim Erhitzen weich und verklebt die Anlage, der Dampf kommt kaum durch.

    Eintrag Nr. 127:

    Was ist ein Liebig- Kühler?
    Kann man diesen auch selbst herstellen?


    anita, österreich
    19.Mär.2005 14:45:12


      Ein Liebig-Kühler (benannt nach dem Erfinder) ist ein leicht nach unten geneigtes, gerades Rohr, durch das der Dampf strömt. Gekühlt wird das Rohr durch einen Mantel, der mit Wasser gefüllt ist. Natürlich kann man so einen Kühler auch selbst herstellen. Auch hier: eine detaillierte Beschriebung mit Bauanleitung finden Sie im Buch.

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