Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 161:

    Hallo,
    ich habe diverse Bücher, teilweise Fachliteratur, über Ätherische Öle. Auch Ihr Buch habe ich mir kürzlich gekauft! Übrigens, super beschrieben, alles sehr gut erklärt, toll - Kompliment - auch für absolute Laien wie ich einer bin! Nun habe ich jedoch eine Frage zur Verwendung der Kräuter:
    SIE schreiben, daß man genau so gut auch getrocknete Kräuter nehmen kann. In einem anderen Buch habe ich nun gelesen, daß man frische Kräuter verwenden soll, bis auf einige wenige Ausnahmen. Ich bin nun ein bisschen konfus was diese Aussagen betrifft! Nehme ich nun getrocknete oder frische Kräuter ??? Ober ist bei frischen Kräutern "nur" die Ausbeute höher und es paßt weniger in das Dest.Gerät ??
    Noch eine Frage: Wenn ich die Hydrolate evtl. mehrmals destilliere werden diese dann intensiver in Duft und Wirkung? Sozusagen ein KONZENTRAT ? Kann ich nach Gewinnung des Hydrolates dieses erneut mit zusätzlichem Wasser im Kessel auffüllen und mit neuen Kräutern destillieren ??
    Allgemeine Frage: Wieviel ätherisches Öl ist in einem Hydrolat enthalten (Cirka-Angabe) ?? Auch hier gehen die Meinungen auseinander...
    Für die Beantwortung bin ich Ihnen sehr dankbar.
    Viele Grüsse aus dem netten Münsterland


    Anja, Münsterland
    17.Okt.2005 15:40:08


      Danke!
      :-)
      Ob frisch oder getrocknet oder beides hängt immer von der jeweiligen Pflanze ab, am besten einfach ausprobieren. Daumenregel:
      "normale" Küchenkräuter: frisch und getrocknet
      Samen, Wurzeln, Rinden: getrocknet
      Beeren (z.B. Wacholder): frisch und getrocknet
      Blüten, Blumen (Rosen, Geranien, Rosenmelisse usw.): frisch. Obwohl uns auch die Ölgewinnung aus getrockneten Geranien und Rosenmelissen gelungen ist.
      Hydrolat aufkonzentrieren: leider ist es im allgemeinen (Ausnahme z.B. Rosen) nicht sinnvoll Hydrolate ein zweites mal zu destillieren, weil dadurch die empfindlichen Ölbestandteile zerkocht werden. Bessere Methode: mit einem fetten Öl ausschütteln (ist im Buch beschrieben).
      Ölgehalt vom Hydrolat: auch dieser ist sehr stark von der jeweiligen Pflanze abhängig. In etwa zwischen 0,05 und 5 %. Ich weiß, dies ist ein Bereich von zwei Zehnerpotenzen...
      Leider lassen sich keine genaueren allgemeinen Angaben machen, weil das ätherische Öl jeder Pflanze aus komplett anderen chemischen Substanzen besteht, die auch komplett unterschiedliche Eigenschaften haben (Löslichkeit, Flüchtigkeit usw.)

    Eintrag Nr. 160:

    Hallo, hätte einige Fragen vielleicht kann mir wer helfen!
    Habe Kräuter im Blumengeschäft gekauf. Wie kann ich diese überwintern? (Lavendel,Rosmarie, Pfefferminz, Zitronenmelisse)
    Was kann ich alles mit diesen Kräutern machen? Würde gerne Düftöle selbst machen, bzw. auch Speiseöle mit meinen Kräutern verfeinern?
    Warte auf hilfreiche Tipp
    danke mfg silvia


    silvia, kärnten
    17.Okt.2005 12:36:25


      Lavendel ist je nach Sorte winterfest, zur Sicherheit mit z.B. Tannenzweigen abdecken. Zitronenmelisse: bis ca. 10 cm über dem Boden abschneiden, ist winterfest. Pfefferminze am besten in einem Topf eingraben, sonst wuchert diese wie verrückt. Ist auch winterfest. Rosmarin ist nicht winterfest, d.h. im Topf in einem kühlen Raum überwintern.
      Aus allen genannten Kräutern können Sie ätherische Öle durch Wasserdampfdestillation herstellen. Diese Öle können Sie z.B. zu Speiseöl zutropfen (4-5 Tr. je Liter) oder als Duftöl verwenden. Auch das Hydrolat (Nebenprodukt der Destillation) eignet sich ausgezeichnet z.B. für die Duftlampe.

    Eintrag Nr. 159:

    Kann man das Hydrolat auch einfrieren und dieses dann nach Bedarf wieder auftauen?

    Manuel, Tirol
    29.Sep.2005 23:56:49


      Ja, das funktioniert. Sie können jedoch auch Alkohol hinzugeben, sodass eine ca. 10%vol alkoholische Lösung entsteht.

    Eintrag Nr. 158:

    Hallo,
    Ich habe mir gerade erst eine Destille Deluxe 7,5 Liter bei ihenen bestellt und habe gehört, dass ich die Anlage beim Zollamt melden muss. Da ich damit noch nichts zu zun hatte frage ich ob ich mich auch melden muss, wenn ich die Destille nur für den Eigenverbrauch verwende, und was muss ich da genau sagen, oder muss der jenige die Anlage bei mir zu Hause besichtigen?
    Würde mich auf eine Antwort freuen.
    PS: Schöne und interessante Homepage was ihr da habt, gratulation.
    Mit freundlichen grüßen,
    Haubi


    Haubi, Bezirk ME
    10.Sep.2005 17:29:51


      Danke!
      Ja, stimmt, sobald mit einer Anlage auch Alkohol destilliert werden kann und das Kesselvolumen mehr als 2 Liter beträgt, ist diese in Österreich meldepflichtig.
      Wenn Sie damit nur ätherische Öle herstellen, ist dies nur ein administrativer Vorgang. Sie gehen zum, für Ihren Bezirk zuständigen, Zollamt und melden, dass Sie eine Anlage von uns gekauft haben. Solange Sie damit keinen Alkohol destillieren sind keine weiteren Schritte mehr notwendig.

    Eintrag Nr. 157:

    Ich stelle meine Kosmetik selber her, u.a. alkohol. + ölige Auszüge aus Pflanzen/Kräutern. Für die Wasserphase habe ich bisher die Kräuter abgekocht (wie beim Tee) oder einfach nur dest. Wasser genommen.
    Nun überlege ich mir, ein Destilliergerät anzuschaffen.
    Damit möchte ich äth.Öle, reinen Alkohol (u.a. als Auszugmittel f. Pflanzen-Extrakte)und Hydrolate selber herstellen.
    Aber nun meine Fragen dazu:
    1. Welche Pflanzen/Kräuter kann ich für kosm. Zwecke destillieren?
    2. Welche Menge an Kräutern muß ich nehmen + wie hoch ist die Ausbeute?
    3. Kann ich Harze wie z.B. Benzoe sumatra oder andere Harze destillieren? -habe bisher alk.Auszug daraus gemacht-
    4. Kann ich 96%igen Alkohol beim destillieren erhalten? Wenn ja, wie? Wenn nein, kann ich bis 70% destillieren?
    5. Wie lange sind die Hydrolate und das pure äth. Öle haltbar?
    6. Kann ich auf der Herdplatte destillieren oder was benötige ich sonst als "Befeuerung"?
    7. Wo bekomme ich preiswerte/bezahlbare Pflanzen/Kräuter (auch getrocknet) in z.B. 1kg-Gebinden her?
    8. Ich möchte mir eine Kräuterspirale anlegen (haben nur kleinen Garten). Welche Pflanzen eignen sich zur Bepflanzung (für kosm. Produkte)?
    Ich hoffe, ihr antwortet zahlreich und könnt mir weiterhelfen... Vielen,vielen Dank im voraus!!


    Angelika, NRW
    04.Sep.2005 14:57:32


      ad 1: Das sind sehr viele, die meisten davon im Buch "Ätherische Öle selbst herstellen" (siehe Menü) beschrieben.
      ad 2: Die Ausbeute ist von Pflanze zu Pflanze sehr unterschiedlich (0,01 - 10%), in der Regel reicht ca. 1 kg Kraut für den "Hausgebrauch" aus.
      ad 3: Ja, die Ausbeute ist sogar sehr hoch.
      ad 4: Mit einer Destille die auch für die Ölherstellung geeignet ist (Deluxe), erhalten Sie ca. 80-85%vol mit vernünftigen Arbeitsaufwand, d.h. nach 2 Destillationsvorgängen. Spezielle Anlagen, die allerdings NICHT zur Herstellung ätherischer Öle geeignet sind (führen wir nicht), kann der Alkoholgehalt auch mehr betragen.
      ad 5: Hydrolate sind ca. ein halbes Jahr haltbar, gibt man etwas Alkohol zu, so können diese viel länger gelagert werden. Reine ätherische Öle (die nicht mit Trägeröl o.ä. gestreckt wurden) können dunkel und kühl viele Jahre gelagert werden.
      ad 6: Für die Leonardo ist die Herdplatte perfekt, für eine Anlage wie die Deluxe braucht man einen Gasbrenner (im Lieferumfang enthalten).
      ad 7: Großmärkte, Kräuter- und Teehandlungen, auch im Versandhandel gibt es einige (dazu ein wenig googeln).
      ad 8: Minze, Pfefferminze, Salbei, Zitronenmelisse, Oregano, Majoran, Basilikum, Fenchel, Dill, Rosmarin, Rosenmelisse, Rosen, Geranien, Bohnenkraut, Ysop, Baldrian ... Eine nahezu vollständige Liste finden Sie im Buch.

    Eintrag Nr. 156:

    warum kann man ätherische Öle nicht durch einfache destillation gewinnen?

    anonym, nrw
    30.Aug.2005 16:58:28


      Ätherische Öle haben einen relativ hohen Siedepunkt, d.h. es wären viel höhere Temperaturen erforderlich. Die Wasserdampfdestillation bewirkt, dass diese Substanzen bereits bei ca. 100°C übertragen werden. Außerdem ist die Ölmenge im Kraut zu gering, um "normal" zu destillieren, nur der Wasserdampf reisst die ätherischen Öle mit, sodass diese auch ins Destillat gelangen. Eine "normale" Destillation ist die Trennung von Flüssigkeiten aufgrund ihrer unterschiedlichen Siedepunkte, was hier nicht der Fall ist.

    Eintrag Nr. 155:

    Hallo,
    ersteinmal vielen Dank für die Site und das Buch! Beide haben mir schon sehr geholfen. Jetzt würde mich aber interessieren, welche Pflanzen (außer den im Buch beschriebenen) noch ätherische Öle enthalten. Wie stehts denn zum Beispiel mit Waldmeister oder Peperoni?
    Schon mal in Voraus vielen Dank!


    Hendrik, Sachsen
    28.Aug.2005 20:26:57


      Freut mich!
      Zwar sind im Buch so gut wie alle Pflanzen angeführt, die ätherische Öle enthalten bzw. aus denen diese Öle gewonnen werden können, aber natürlich erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Problem bei unbekannten Pflanzen in Bezug auf ätherische Öle ist immer die optimale Methode und den optimalen Erntezeitpunkt für die Ölgewinnung herauszufinden. Denn wenn eine Pflanze prinzipiell zwar Öl enthält, aber z.B. zum falschen Zeitpunkt (Jahres- UND Tageszeit) geerntet wird, kommt in der Regel nicht nur weniger Öl sondern meistens überhaupt nichts heraus.
      Bei Waldmeister würde ich folgende Vorgehensweise vorschlagen: Während der Spätblüte ernten und vor dem Wasserdampf-Destillieren trocknen. Alternative: kurz VOR der Blüte ernten und anschließend trocknen.
      Peperoni enthalten kein ätherisches Öl.

    Eintrag Nr. 154:

    wie nennt man einen parfum entwickler mit anderem namen ?

    sonja, wien
    10.Aug.2005 23:44:43


      In der Fachjargon wird ein Parfumentwickler "Nase" genannt.

    Eintrag Nr. 153:

    Ich möchte ätherisches Öl aus Zitronengras (Herkunftsland Thailand) mittels Vakuumdestillation gewinnen. Frage: wie viel Prozent ätherisches Öl befindet sich im Zitronengras bzw. wie viel ist durchschnittlich herauslösbar?
    Weiß irgendwer, wie man Zitronengras am besten destilliert?
    danke. Barbara


    Barbara Wolfsbauer, Bezirk Bruck/L.
    04.Aug.2005 21:29:39


      Wie hier bereits des öfteren beschrieben, macht es überhaupt keinen Sinn zu versuchen ätherische Öle mittels einer Vakuumdestillation zu gewinnen. Für nähere Infos geben Sie oben rechts "Vakuum" als Suchbegriff ein. Wegen des relativ hohen Ölgehaltes von Zitronengras (0,4 bis 3% je nach Art und Zustand, ob getrocknet oder frisch) kann dieses ätherische Öl am einfachsten mittels der "klassischen" Wasserdampfdestillation gewonnen werden.

    Eintrag Nr. 152:

    Ich möchte ätherisches Öl aus Bernstein destillieren.
    Gibt es spezielle Bernsteinsorten, die sich dafür eignen (aus einer bestimmten Region, o.ä.)?
    Gibt es bei der Verarbeitung besonderes zu beachten, oder verhält es sich dabei ähnlich wie bei den nicht versteinerten Harzen?
    Über Tipps und Hinweise würde ich mich sehr freuen.


    Mirjam, Berlin
    09.Jul.2005 16:49:56


      Bernstein ist das fossile (versteinerte) Harz der Bernsteinkiefer (Picea succinifera). Beim ätherischen Öl ist die Bernstein-Herkunft meistens die Ostsee, es wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Wie alle Harze neigt auch Bernstein zum Verkleben, Sie sollten die möglichst kleinen Bruchstücke daher in einem Sack o.ä. in die Anlage geben.

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