Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 333:

    Guten Tag liebe Experten,
    welche Alkohole sind am besten für die Parfümherstellung von ätherische Öle geeignet ?
    Alkohol bzw. ethanol, Weingeist oder Kosmetisches Basiswasser
    Gibt es in den obengenannten Begriffe im Geruch einen Unterschied?
    Falls ethanol, wie hoch sollte der Ethanolinhalt haben 96%?
    Einige Experten empfehlen sogar 2% destilliertes Wasser hinzuzufügen? Was hat es damit auf sich?
    Wieso sollte man die Düfte 2-3Wochen lagern? Entsteht ein besser Duft?
    Teuere markenparfüms benutzen Phtalsäurediethylester, gilt dieser als gesundheitsgefährend ?
    Danke im vorraus


    khalil, Berlin
    18.Okt.2009 19:25:05


      Ethanol mit 96%vol und Weingeist sind dasselbe. Ethanol wird umgangssprachlich oft auch "Alkohol" genannt, obwohl streng genommen nicht korrekt. Kosmetisches Basiswasser ist ca. 95%vol Ethanol und enthält einerseits ein Gift damit man es nicht trinken kann wie Schnaps (daher auch die zusätzliche Bezeichnung "denaturiert" oder "vergällt") und andererseits meistens eine Art Fixativ mit im allgemeinen pflegender Wirkung, damit das daraus hergestellte Parfüm auf der Haut aufgetragen länger wahrnehmbar ist.
      Das Gift ist vollkommen unnötig (wird vom Gesetzgeber verlangt, sonst müsste man für Parfum Branntweinsteuer zahlen), als Fixativ haben sich ein bis zwei Tropfen Distelöl je 10 ml Parfum bestens bewährt.
      Echtes Parfum enthält ca. 20% Duftstoffe, der Rest ist Alkohol, damit sich eine so große Menge ätherischer Öle überhaupt auflöst kein Wasser mehr zugeben.
      Das Parfum nach dem Vermischen auf jeden Fall zumindest ein/zwei Monate lagern (ca. 5-10°C). In dieser Zeit eventuell auftretende Trübungen können dann abfiltriert werden, außerdem ist der Geruch erst nach dieser Lagerung eine Einheit, die Einzelkomponenten sind nicht mehr wahrnehmbar, es hat sich ein harmonisches Ganzes gebildet. Jedes professionell hergestellte Parfum wird kühl gelagert und filtriert bevor es in den Handel kommt.

    Eintrag Nr. 332:

    Hallo!
    Ich würde gerne den Geruch von getrocknetem (unverbranntem) Tabak in ein Fläschen bannen!
    Es geht hiermit um ganz normalen Zigaretten-Tabak nicht um Pfeifen oder Wasserpfeifentabak.
    Gibt es erfahrungen diesbezüglich?
    Ich muss sagen das ich ein relativer Neuling auf dem Gebiet der Destillation bin also eventuelle Erklärungen bitte so genau und einfach wie möglich formuliert ;D
    Liebe Grüße und ein herzliches dankeschön
    max


    Maax, Stuttgart
    17.Okt.2009 21:02:54


      Durch Wasserdampfdestillation eher nicht, kann mir jedoch vorstellen, dass z.B. Mazeration sinnvoll ist oder ein Auszug mit Alkohol.

    Eintrag Nr. 331:

    Hallo
    Ich baue mir gerade eine Kühlung für meine 30l Destillationsanlage,wie gross soll die kuhlerschlange sein. Danke


    boby, croatien
    12.Okt.2009 11:44:27


      Bei einem Schlangenkühler mit Fließwasseranschluss ca. 1 bis 1,5 m.

    Eintrag Nr. 330:

    Hallo!
    Meine Frage: Ist es nicht von Wichtigkeit bei welcher Temperatur, wie lange und bei welchem Druck die einzelnen Kräuter oder Blüten.... destilliert werden sollten? Qualitätsanspruch? Sollte eine gute Destille nicht einen Temperatur anzeige haben?
    Vielen Dank!
    Schöne Grüße


    Nachbauer S., Österreich
    10.Sep.2009 16:59:45


      Ja, stimmt, ist sogar sehr wichtig. Da die Inhaltsstoffe eines ätherischen Öls z.T. sehr (temperatur)empfindlich sind, ist die Ölqualität am höchsten, wenn Sie nicht unter Druck und damit bei einer höheren Dampftemperatur arbeiten. Wasserdampf kocht bei ca. 100°C (je nach Seehöhe), eine höhere Temperatur ist nicht erforderlich. Daher ist auch keine Temperaturanzeige notwendig, denn bei welcher Temperatur das Wasser kocht können Sie bei einer drucklosen Anlage nicht beeinflussen.

    Eintrag Nr. 329:

    Hallo!
    Kann ich das gewonnen ätherische Öl auch beim Kerzengießen verwenden, um Duftkerzen zu bekommen?
    Lg


    Sonja Schuch, Südburgenland
    09.Sep.2009 16:56:22


      Ja, funktioniert. Das ätherische Öl jedoch erst zugeben wenn das Wachs zwar noch nicht erstarrt, aber so weit wie möglich abgekühlt ist. Die Dosierung ist in etwa wie bei der Seife.

    Eintrag Nr. 328:

    1. Kann man Zitrusschalen auch getrocknet destilieren?
    2. Macht es einen Unterschied ob die Flaschen in die das Destillat läuft naß oder trocken sind?
    3. Habe Melisse gecuttert und nur abgestreift destiliert. Mir kommt vor die gestreifte hat einen viel besserenen Duft!


    Susanne Lampert, Südost-Steiermark
    31.Aug.2009 13:23:35


      ad 1) Prinzipiell ja, allerdings wird die Ausbeute viel geringer sein als im frischen Zustand.
      ad 2) Nein.
      ad 3) Ist durchaus möglich. Wenn zu intensiv gecuttert wird, entsteht Wärme (je nach Cutter-Bauart erkennbar am Dunstbeschlag am Deckel), wodurch die besonders flüchtigen Bestandteile des ätherischen Öles schon entweichen können.

    Eintrag Nr. 327:

    Hat es einen bestimmten Grund warum Senf in ihrem Buch über ätherische Öle fehlt? Man sollte ja annehmen, dass sich Senfsamen mit ihrem hohen Ölanteil besonders gut zur Destillation eigenen. Grüße.

    Jan, stuttgart
    20.Aug.2009 19:48:51


      Nein. Wir haben zwar die meisten Pflanzen aus denen sich ätherische Öle gewinnen lassen im Buch aufgenommen, aber die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
      Zur ätherischen Ölgewinnung die Senfsamen zuerst auspressen, sodass das fette Öl entweicht, den Rückstand dann in Wasser über Nacht stehen lassen, erst dann mittels Wasserdampf destillieren.

    Eintrag Nr. 326:

    Hallo,
    ich bin seit einem Jahr dem Destillieren verfallen und habe bereits viele Kräuter mit meine Destille Leonardo verarbeitet. Ich habe viel ausprobiert und auch einige Niederschläge was die Ausbeute betrifft erlitten.
    Ein sehr wichtiger Tipp für die Ausbeuteerhöhung ist die Wassermenge. Erst kürzlich habe ich nur 300g Ysop über 300ml Wasser destilliert und eine Ausbeute erzielt, die nahe der in der Literatur beschriebenen ist.
    Ich bin zwar chemisch ganz gut bewandert, aber ich konnte nicht herausfinden, warum die die Wassermenge so eine wichtige Rolle dabei spielen kann. Können Sie mir das genauer erklären?
    Vielen Dank


    Dworak, Wien
    18.Aug.2009 21:26:05


      Das ist so ähnlich wie mit dem Hydrolat: je mehr Wasser, desto mehr Ölanteile werden sich darin lösen. Deshalb ist es bei den Hydrolatflaschen auch so wichtig, nicht eine große Flasche, sondern mehrere Kleine zu verwenden. Auf dem selben Effekt beruht auch das Prinzip der zweifachen Destillation: z.B. bei der Rosenölherstellung wird beim zweiten Durchgang das Hydrolat vom Ersten verwendet, dadurch erhöht sich die Ölausbeute, weil das Hydrolat mit dem Öl bereits gesättigt ist.

    Eintrag Nr. 325:

    Hallo,
    habe selber Latschenkieferöl hergestellt und möchte es jetzt verkaufen. Welche Auflagen sind dabei zu beachten (Kennzeichnung, gewerberechtlich, ....).
    Vielen Dank für Ihre Hilfe.
    Kathrin Bauer


    kathrin, Tirol
    10.Aug.2009 10:02:37


      Das hängt von der geplanten Anwendung ab: Kosmetikkennzeichnungsverordnung, Arzneimittelgesetz, Chemikaliengesetz usw. Davon abhängig ist auch die entsprechende Kammer. Auf http://www.apotheker.or.at/ (Österr. Apothekerkammer) werden Sie diesbezüglich mehr Informationen finden.

    Eintrag Nr. 324:

    Hallo!
    Ich hab eine Frage:
    Ich hab eine "Destille Deluxe 3,8 Liter"!
    Wie bekomme ich in den Kräuterkorb mehr als 400 g Pflanzenmaterial? Wird das Material einfach in den Korb gepresst?
    Danke!


    Max, Yspertal
    04.Aug.2009 10:49:03


      Nicht mit Gewalt zusammenpressen, händisch fest drücken geht schon. Es ist auch möglich den Helm (Deckel) bis zur Höhe Geistrohr zu befüllen. Wenn immer noch zu wenig Pflanzenmaterial hineinpasst um ätherisches Öl abzuscheiden, dann müssen Sie den 7,8 Liter Kessel verwenden.

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