Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 336:

    Hallo,
    erstmal ein großes Lob für ihre informative Website und ihr tolles Buch!
    Ich habe gerade nach der Anleitung aus ihrem Buch einige ätherische Öle (Pfefferminze, Orange, Kümmel, Muskatnuss, Ingwer, Sternanis) mittels Wasserdampf-Destillation hergestellt.
    Die Ausbeute war bei allen erstaunlich hoch, so weit so gut. Leider haben die Öle bis auf das Orangen-Öl und das Muskatnuss-Öl einen unangenehmen Nebengeruch.
    Wird sich der feine, erwartete Geruch noch mit der Lagerung nach 3-4 Wochen einstellen oder ist hier etwas schief gelaufen? z.B. bei der Destillation oder mit den Ausgangsmaterialien. Im Topf angebrannt ist dank Kuchenpapier auf dem Aromaeinsatz nichts. Kann vielleicht ein zu schnelles Erhitzen des Wassers zu einem unangenehmen Geruch führen?
    Vielen Dank für ihre Auskunft!
    Freundliche Grüße,
    Christian


    Christian, Süd-Deutschland
    11.Jan.2010 22:15:38


      Da der Geruch bei zwei Ölen nicht aufgetreten ist, kann es nicht an der Anlage liegen. Wenn immer das gleiche Wasser verwendet wurde, auch nicht daran. Kann es sein, dass die Rohstoffe, bei denen der Geruch aufgetreten ist, eventuell falsch gelagert wurden und deswegen ein modriger Geruch entstanden ist?
      Nein, weder beim Erhitzen noch beim Kochen von Wasser entstehen Gerüche. Wenn nach ca. einem Monat Lagerung der Geruch immer noch deutlich erkennbar ist, war das Ausgangsmaterial nicht in Ordnung.

    Eintrag Nr. 335:

    Ich habe mal eine Frage zum Destillationsprozess.
    Ich destilliere Guaiacwood Oil aus dem Palo Santo Holz mittels Wasserrdampf.
    Woher weiss ich genau wie lange destilliert werden sollte?
    Spielt der ph Wert des Wasser eine Rolle bei der Destillation?
    Wie wird ein etherisches Oel nach der destillation am besten gereinigt?
    Nur filtern und zentrifugieren oder gibt es noch andere Moeglichkeiten.
    Wie muss das Holz sein, richtige Spaene oder Chips?
    Trocken oder frisch trituriert?
    Vielen Dank fuer Ihr bemuehen


    Tamara Pfeiffer, Paraguay
    02.Dez.2009 22:10:53


      ad 1) bis kein ätherisches Öl mehr herauskommt
      ad 2) Nein. Jedoch keine Säure oder Lauge verwenden.
      ad 3) Wenn das Öl so stark verunreinigt ist, dass es gereinigt werden muss, destillieren Sie zu heftig. Palo Santo ergibt normalerweise ein sehr klares Öl. Wenn reinigen, dann kühl stellen, nach ca. 2 Wochen filtrieren (Kaffeefilter sind zu durchlässig). Wenn die Trübung sich durch zentrifugieren absetzt, geht das selbstverständlich auch. Industriell werden ätherische Öle immer destilliert um sie zu reinigen.
      ad 4) Späne, so klein wie möglich. Je größer die spez. Oberfläche, desto besser, desto leichter kann das ätherische Öl entweichen.
      ad 5) beides ist möglich

    Eintrag Nr. 334:

    hallo,
    ich würde gerne ein duftöl aus speziellen tannennadeln und weihrauch herstellen um dieses dann in einer duftlampe zu verdampfen. kann mir jemand vielleicht einen tip geben wie ich das ohne großen aufwand am besten anstelle. die wasserdsampfdestillation scheint eine möglichkeit zu sein aber wie verhält es sich dann mit der verwendung des destillates in einer duftlampe? wenn ich die duftstoffe in öl gelöst bekäme wäre es denke ich am besten. aber welches öl brauche ich dafür und wie stelle ich das an.
    ich bin für jeden vorschlag dankbar!


    u. s., deutschland
    26.Nov.2009 11:11:28


      Das Destillat besteht einerseits aus dem ätherischen Öl, welches Sie wie gewohnt in die Duftlampe auf ein wenig Wasser tropfen können. Der weitaus größere Teil ist jedoch Hydrolat, mit äth. Öl angereichertes Wasser. Das Hydrolat können Sie direkt in die Duftlampe geben.
      Wenn Sie die Tannennadeln in ein Trägeröl (jede Art von fettem Öl: Sonnenblumenöl, Distelöl, Jojobaöl ...) einlegen, lösen sich die ätherischen Öle im fetten Öl auf, was gut duftet. Wenn Sie das aber in die Duftlampe geben, wird das fette Öl nicht verdunsten. Sie könnten die Nadeln und das Harz auch in Weingeist (96%vol) einlegen. Damit sich der Alkohol in der Duftlampe nicht entzündet, zuerst Wasser in die Lampe geben und dann maximal 1/3 der Wassermenge Alkohol zugeben.

    Eintrag Nr. 333:

    Guten Tag liebe Experten,
    welche Alkohole sind am besten für die Parfümherstellung von ätherische Öle geeignet ?
    Alkohol bzw. ethanol, Weingeist oder Kosmetisches Basiswasser
    Gibt es in den obengenannten Begriffe im Geruch einen Unterschied?
    Falls ethanol, wie hoch sollte der Ethanolinhalt haben 96%?
    Einige Experten empfehlen sogar 2% destilliertes Wasser hinzuzufügen? Was hat es damit auf sich?
    Wieso sollte man die Düfte 2-3Wochen lagern? Entsteht ein besser Duft?
    Teuere markenparfüms benutzen Phtalsäurediethylester, gilt dieser als gesundheitsgefährend ?
    Danke im vorraus


    khalil, Berlin
    18.Okt.2009 19:25:05


      Ethanol mit 96%vol und Weingeist sind dasselbe. Ethanol wird umgangssprachlich oft auch "Alkohol" genannt, obwohl streng genommen nicht korrekt. Kosmetisches Basiswasser ist ca. 95%vol Ethanol und enthält einerseits ein Gift damit man es nicht trinken kann wie Schnaps (daher auch die zusätzliche Bezeichnung "denaturiert" oder "vergällt") und andererseits meistens eine Art Fixativ mit im allgemeinen pflegender Wirkung, damit das daraus hergestellte Parfüm auf der Haut aufgetragen länger wahrnehmbar ist.
      Das Gift ist vollkommen unnötig (wird vom Gesetzgeber verlangt, sonst müsste man für Parfum Branntweinsteuer zahlen), als Fixativ haben sich ein bis zwei Tropfen Distelöl je 10 ml Parfum bestens bewährt.
      Echtes Parfum enthält ca. 20% Duftstoffe, der Rest ist Alkohol, damit sich eine so große Menge ätherischer Öle überhaupt auflöst kein Wasser mehr zugeben.
      Das Parfum nach dem Vermischen auf jeden Fall zumindest ein/zwei Monate lagern (ca. 5-10°C). In dieser Zeit eventuell auftretende Trübungen können dann abfiltriert werden, außerdem ist der Geruch erst nach dieser Lagerung eine Einheit, die Einzelkomponenten sind nicht mehr wahrnehmbar, es hat sich ein harmonisches Ganzes gebildet. Jedes professionell hergestellte Parfum wird kühl gelagert und filtriert bevor es in den Handel kommt.

    Eintrag Nr. 332:

    Hallo!
    Ich würde gerne den Geruch von getrocknetem (unverbranntem) Tabak in ein Fläschen bannen!
    Es geht hiermit um ganz normalen Zigaretten-Tabak nicht um Pfeifen oder Wasserpfeifentabak.
    Gibt es erfahrungen diesbezüglich?
    Ich muss sagen das ich ein relativer Neuling auf dem Gebiet der Destillation bin also eventuelle Erklärungen bitte so genau und einfach wie möglich formuliert ;D
    Liebe Grüße und ein herzliches dankeschön
    max


    Maax, Stuttgart
    17.Okt.2009 21:02:54


      Durch Wasserdampfdestillation eher nicht, kann mir jedoch vorstellen, dass z.B. Mazeration sinnvoll ist oder ein Auszug mit Alkohol.

    Eintrag Nr. 331:

    Hallo
    Ich baue mir gerade eine Kühlung für meine 30l Destillationsanlage,wie gross soll die kuhlerschlange sein. Danke


    boby, croatien
    12.Okt.2009 11:44:27


      Bei einem Schlangenkühler mit Fließwasseranschluss ca. 1 bis 1,5 m.

    Eintrag Nr. 330:

    Hallo!
    Meine Frage: Ist es nicht von Wichtigkeit bei welcher Temperatur, wie lange und bei welchem Druck die einzelnen Kräuter oder Blüten.... destilliert werden sollten? Qualitätsanspruch? Sollte eine gute Destille nicht einen Temperatur anzeige haben?
    Vielen Dank!
    Schöne Grüße


    Nachbauer S., Österreich
    10.Sep.2009 16:59:45


      Ja, stimmt, ist sogar sehr wichtig. Da die Inhaltsstoffe eines ätherischen Öls z.T. sehr (temperatur)empfindlich sind, ist die Ölqualität am höchsten, wenn Sie nicht unter Druck und damit bei einer höheren Dampftemperatur arbeiten. Wasserdampf kocht bei ca. 100°C (je nach Seehöhe), eine höhere Temperatur ist nicht erforderlich. Daher ist auch keine Temperaturanzeige notwendig, denn bei welcher Temperatur das Wasser kocht können Sie bei einer drucklosen Anlage nicht beeinflussen.

    Eintrag Nr. 329:

    Hallo!
    Kann ich das gewonnen ätherische Öl auch beim Kerzengießen verwenden, um Duftkerzen zu bekommen?
    Lg


    Sonja Schuch, Südburgenland
    09.Sep.2009 16:56:22


      Ja, funktioniert. Das ätherische Öl jedoch erst zugeben wenn das Wachs zwar noch nicht erstarrt, aber so weit wie möglich abgekühlt ist. Die Dosierung ist in etwa wie bei der Seife.

    Eintrag Nr. 328:

    1. Kann man Zitrusschalen auch getrocknet destilieren?
    2. Macht es einen Unterschied ob die Flaschen in die das Destillat läuft naß oder trocken sind?
    3. Habe Melisse gecuttert und nur abgestreift destiliert. Mir kommt vor die gestreifte hat einen viel besserenen Duft!


    Susanne Lampert, Südost-Steiermark
    31.Aug.2009 13:23:35


      ad 1) Prinzipiell ja, allerdings wird die Ausbeute viel geringer sein als im frischen Zustand.
      ad 2) Nein.
      ad 3) Ist durchaus möglich. Wenn zu intensiv gecuttert wird, entsteht Wärme (je nach Cutter-Bauart erkennbar am Dunstbeschlag am Deckel), wodurch die besonders flüchtigen Bestandteile des ätherischen Öles schon entweichen können.

    Eintrag Nr. 327:

    Hat es einen bestimmten Grund warum Senf in ihrem Buch über ätherische Öle fehlt? Man sollte ja annehmen, dass sich Senfsamen mit ihrem hohen Ölanteil besonders gut zur Destillation eigenen. Grüße.

    Jan, stuttgart
    20.Aug.2009 19:48:51


      Nein. Wir haben zwar die meisten Pflanzen aus denen sich ätherische Öle gewinnen lassen im Buch aufgenommen, aber die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
      Zur ätherischen Ölgewinnung die Senfsamen zuerst auspressen, sodass das fette Öl entweicht, den Rückstand dann in Wasser über Nacht stehen lassen, erst dann mittels Wasserdampf destillieren.

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