Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 361:

    Hallo =)
    Ich bin Schülerin und muss in meinem Chemie Leistungskurs ätherische Öle herstellen (Facharbeit=). Nun habe ich vor, mit einer Wasserdampfdestillation Ingweröl herzustellen.
    Also habe ich mir eine rießen Anlage selber gebaut (mit Liebig kühler, Heizpilz,...was man im Chemie Labor eben so findet ;-)
    Jetzt wollte ich den Versuch heute durchführen, und habe deswegen nocheinmal die "Anleitung" in eurem Buch "ätherische Öle selbst herstellen" durchgelesen, und jetzt komme ich mit einer (sehr wichtigen!) Angabe nicht klar.
    In dem Buch wird die Kleinanlage "Leonardo" beschrieben, und dann machen Sie eine wichtige Angabe:
    "Als Faustregel gilt: 1l Wasser je kg Pflanzenmaterial!"
    Bloß weiß ich nicht, ob Sie damit das Wasser, welches zum Sieden erhitzt werden soll meinen(also das erste Segment), oder ob man zu dem Pflanzenmaterial(im 2. Segment) das Wasser dazugeben soll.
    Vielen herzlichen Dank im vorraus! =)
    Raphaela


    Raphaela, Bayern
    07.Sep.2010 23:57:40


      Damit ist die Wassermenge gemeint, die in die Leonardoanlage in den unteren Teil eingefüllt wird. Danach wird der mittlere Teil aufgesetzt, das Pflanzenmaterial eingefüllt und nach Aufsetzen des Kühlers mit der Destillation begonnen. Es kommt kein Wasser mehr hinzu.
      Da ich Ihre Anlage nicht kenne, ist es möglich, dass dieses Verhältnis bei Ihnen nicht zutrifft. Wenn Sie den Ingwer z.B. in ein Rohr eingefüllt haben, unter dem sich ein Rundkolben mit Wasser befindet, könnten Sie genausogut einen externen Wasserdampferzeuger benutzen (siehe Buch).

    Eintrag Nr. 360:

    Wie verdampfe ich ätherische Öle ertragreich und wirkungsvoll? Habe bisher immer über einer offenen Kerze verdampft, würde nun aber aus feuerschutztechnischen Gründen gerne was elektrisches benutzen.
    Habe gehört, dass Ventilatorsysteme (Aromastream) sehr viel ätherisches Öl verbrauchen und bereits nach kurzer Zeit kaum noch riechen. Nun überlege ich, ob ich mir eine elektische Aromalampe (Glühbirne) oder aber einen Kaltluftvernebler kaufe. Habe gelesen, dass es für die ätherischen Öle besser ein soll, sie nicht zu erhitzen. Den Vernebler soll man auch für (kurze) Inhalationen benützen können.
    Was können Sie mir empfehlen und wie groß ist der Unterschied zwischen elektrischer Aromalampe und Vernebler?


    Kerstin, Baden-Württemberg
    03.Sep.2010 20:16:52


      Die elektr. Aromalampe ist der klassischen Duftlampe mit Teelicht am ähnlichsten. D.h. wenn Sie mit der bisherigen Duftlampe zufrieden waren, würde ich dieses Prinzip auch weiterhin verwenden. Der Vernebler verdunstet das Öl nicht, hier werden winzig kleine Öltröpfchen in der Luft fein verteilt. Kann natürlich auch für Inhalationen genutzt werden (auf die gesundheitliche Verträglichkeit des jeweiligen Öles achten!), allerdings eignet es sich als Duftlampenersatz nur bedingt, der Duft ist anders und mit der Zeit bildet sich im Zimmer überall ein dünner schmieriger Film.

    Eintrag Nr. 359:

    Liebe Autoren
    Ich stehe vor der Auswahl einer Destille. Im Buch sind die verschiedenen Typen veschrieben. Jedoch möchte ich gerne wissen, welchen Typ Ihr Autoren für das Herstellen von ätherischen Ölen besonders empfehlen würdet.
    Danke im Voraus.
    Gruß Ronald


    Ronald, Oberlausitz / Schweiz
    02.Sep.2010 06:29:41


      Die Leonardo. Wegen des speziellen Kühlers können auch geringste Ölmengen nahezu verlustfrei gewonnen werden.
      Die Deluxe hat einen Schlangenkühler, geringe Ölmengen bleiben darin hängen. Sie eignet sich jedoch auch zur Alkoholdestillation, die Leonardo nicht.

    Eintrag Nr. 358:

    Um ein Parfum herzustellen braucht man doch Öl, destiliertes Wasser und Alkohol über 80%. Aber in welchen Mengenverhältnissen?

    Tom Scholler, Deutschland
    26.Jul.2010 15:56:21


      Ist alles im Buch "Ätherische Öle selbst herstellen" sehr detailliert beschrieben. Parfum enthält zu 20% ein Gemisch aus ätherischen Ölen, der Rest ist Alkohol. Kein Wasser. Andere Produkte (Eau de parfum, Eau de Toilette, Eau de Cologne) haben einen geringeren Ölgehalt, Liste steht im Buch.

    Eintrag Nr. 357:

    Liebe Autoren,
    Ich bin begeistert von Ihrer Homepage, ebenso von dem Buch, das ich mir gerade bei Amazon bestellt habe.
    Ich möchte ein paar Versuche mit Holunder machen. Dazu eine Frage: Ist es richtig, daß ich die Blüten nur ohne Stengel destillieren sollte? Wenn ja, was ist Ihrer Ansicht nach die beste Methode, um die Blüten von den Stengeln zu bekommen?
    Mit bestem Dank und schönen Grüßen aus Oberbayern, Nicki Doderer


    Nicki Doderer, Oberbayern
    03.Jul.2010 13:38:14


      Danke, das freut uns, viel Spaß beim Lesen!
      Holunderblüten enthalten leider kein ätherisches Öl. Der Duft stammt aus dem Blütenstaub, der beim Wasserdampf-Destillieren nur einen eigenartigen "Gammel"-Geruch erzeugt. Sie könnten jedoch auch einen Geist versuchen. Holunderblütengeist schmeckt/riecht hervorragend. Aber DAS ist eine ganz andere Geschichte, siehe www.schnapsbrennen.at.

    Eintrag Nr. 356:

    Hallo! ich sehe eure Seite wieder und wieder seit Jahren, letztes mal diese Woche weil Patentochter und Freundin das Modell Leonardo da Vinci kennen lernen und eventuell bekommen sollen. Ich finde es wunderbar wie sie frage um Frage antworten in alle Himmelsrichtungen, inspirierend!
    Heute habe ich einen Anliegend das das Destillieren nicht betrifft aber vielleicht können sie mich trotzdem helfen.
    Ich lerne Parfüm komponieren und stelle kleine Mengen her seit vielen Jahren, arbeite mit gekaufte Ä.Öle, Absolute, CO2 Extrakte und selbst gemachte Tinkturen aus meinen Garten.
    Dafür verwende ich 96% Ökoweizendestillat, und habe angenommen das ich über 20 Euro per Kilo an Steuern bezahle obwohl ich es nicht trinke oder für den zweck verkaufe, weil ich nicht vergälltes haben will, mein ziel ist es immer gewesen mit reine Naturstoffen zu arbeiten.
    Jetzt steht eine neue Alcoholbestellung bevor, und ich frage mich und Sie, was kann ich tun um dieses Viele Geld zu sparen da diese Steuer genaugenommen nicht betrifft!
    Vielen Dank!!!


    Gonzalo, Deutschland NRW
    02.Jul.2010 12:29:37


      Danke, wir bemühen uns! ;-)
      Doch, die Alkoholsteuer betrifft auch genau Sie. Diese Steuer ist fällig, sobald es sich um nicht-vergällten Ethanol handelt der theoretisch getrunken werden könnte. Vollkommen egal was Sie damit dann tatsächlich tun. Im Übrigen gebe ich Ihnen vollkommen recht dafür ausschließlich sauberen (nicht-vergällten) Alkohol zu verwenden, auch wenn er wegen der Steuer teurer ist. Wie Sie geschmacksneutralen Alkohol selbst herstellen können ist in unserem Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr genau beschrieben, siehe www.schnapsbrennen.at.
      Anmerkung: die Herstellung von nahezu vollkommen geruchs- und geschmacksneutralen Alkohol ist doch ein wenig arbeitsaufwendig, daher stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand im Verhältnis zum Preis überhaupt lohnt.

    Eintrag Nr. 355:

    Liebe Autoren,
    ich gratuliere Ihnwn sehr herzlich zu diesem gelungenen Buch bzw. zur Anleitung für die Herstellung und Verwendung der Öle.
    Meine Frage bezieht sich auf den Hinweis auf Seite 106, dass Salbei die Haare dunkel tönt.
    Ich hatte in meinem Juniurlaub sehr viel (dort wild wachsenden) Salbei zur Verfügung, aber leider keine dadurch dunkel getönten Haare (sind schon ein wenig grau)
    Ist es notwendig den Salbei zu destillieren um diese Wirkung zu erzielen oder funktioniert dies auch "nur" mit dem Auskochen des Krautes?
    Vielen Dank für eine Antwort.


    Christine Böhnel, Wien
    01.Jul.2010 00:21:43


      Danke, das freut uns!
      Stimmt, Sie müssen den Salbei dazu destillieren.

    Eintrag Nr. 354:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich stehe vor folgendem Problem bei der Lösung folgender Aufgabe: Bei der Extraktion von Zitronenschalen stehen drei Lösungsmittel zur Verfügung: Wasser, Ethanol und Salatöl. Mit welchem Lösungsmittel erhält man eine maximale Geruchsintensität und warum?
    Für Ihre Mühe bedanke ich mich im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen


    V. Kemmer, Bayern
    08.Jun.2010 19:38:48


      Wasser scheidet schon einmal aus, weil polares Lösemittel. Der Geruch stammt vom ätherischen Öl, dies ist jedoch apolar, löst sich daher nur in anderen Ölen oder organischen Lösemitteln wie n-Hexan. Trotz seiner (geringen) polaren Eigenschaften lösen sich ätherische Öle in 96%vol Ethanol vollständig auf. Zum Lösen eignen sich somit sowohl Salatöl als auch 96%'iger Alkohol.
      Die Salatöl-Variante wird wahrscheinlich besser erkennbar nach Zitrone duften, weil hier beim Riechen das Lösemittel nicht in der Nase sticht wie beim Ethanol. Ethanol verdunstet jedoch leichter, daher verteilt sich besser der Duft.
      Fazit: Auf der Haut wird das fette Öl besser duften, beim Öffnen der Flasche die Alkoholvariante. Probieren Sie es am besten selbst aus! Dazu die Zitronenschalen sehr fein raspeln, ca. 20 bis 30 g davon in 100 ml Salatöl bzw. Ethanol geben. Nach ein paar Tagen abfiltrieren und frische geraspelte Zitronenschalen zugeben. Vorgang dreimal oder öfter wiederholen.

    Eintrag Nr. 353:

    Hallo Frau Malle,
    über die Suche konnte ich keine Klärung meiner Frage erreichen. Nach der Kaltpressung von Zitronen, die eine für mich erstaunliche Menge Flüssigkeit ergab, habe ich nun doch ein Problem :
    Im Glas haben sich augenscheinlich 3 Schichten abgesetzt die wie folgt aussehen (von unten nach oben)
    1. eine ganz dünne Schicht unten auf dem Boden, milchig-trüb, sieht aus wie ein Wachs
    2. die Mengenmäßig größte Schicht mit einer Flüssigkeit, klar, mit gelblichbrauner Färbung und zuletzt
    3. eine Schicht die wie die ganz unten aussieht, trüb-weißlich, wachsähnlich.
    Was davon ist nun das Zitronenöl? Muß ich die obere Flüssigkeit separieren?
    Die Destille ist gerade im Bau :-)
    Das Buch ist klasse danke dafür.
    Gruß aus der Küche


    Uwe Wilhelm, DE
    30.Mai.2010 16:42:51


      Stimmt, das Ergebnis der Kaltpressung ist ein Gemisch aus Wasser, ätherischem Öl, Harze und Wachse. D.h. auch im ätherischen Öl sind, im Gegensatz zur destillierten Variante (siehe Buch), Harze und Wachse enthalten, teilweise gelöst, teilweise in Form von Trübungen.
      Fazit: das ätherische Öl ist bei Zitronen leichter als Wasser, schwimmt also obenauf. Die Trübungen setzen sich mit der Zeit ab, dann kann das Öl z.B. mit einer Spritze abgezogen werden. Zum Filtrieren wird die Menge zu klein sein.
      Danke, das freut uns! Weiterhin viel Erfolg!

    Eintrag Nr. 352:

    Hallo, ich möchte - wie in Ihrem Buch "ätherische Öle selbst herstellen" vorgeschlagen - Essenzen in Alkohol auflösen.
    Beim Versuch Pfefferminz- und Limettenöl in Vodka aufzulösen, trennt sich die Essenz vom Alkohol nach kurzer Zeit. Mache ich etwas falsch oder gibt es einen Trick um die Essenz im Alkohol völlig aufzulösen?
    vielen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße aus Berlin


    Adrian, Berlin
    26.Mai.2010 12:02:56


      Wie im Buch genau beschrieben, lösen sich ätherische Öle nur in 96%vol Alkohol (Weingeist) vollständig. Je geringer der Alkoholgehalt, desto weniger löslich sind ätherische Öle. Vodka enthält ca. 38%vol Alkohol, also nicht einmal die Hälfte...

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