Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 480:

    Hallo,
    ich habe folgende Hydrolate: Muskatellersalbei, Eukalyptus, Birkenrinde, Storchenschnabel, Salbei, Rosmarien, Lorbeer, Zedernholz. Ich verwende sie für z.B. das Gesicht u. Haare, weil ja ein bisschen Öl beinhaltet ist. Jetzt habe ich aber gehört, dass in z.B. Zedernholzhydrolat Gerbstoffe sein können, was wahrscheinlich nicht gut für Haut u. Haare ist? Stimmt das?
    Vielen Dank im voraus,
    Heike aus Karlsruhe


    Heike, Karlsruhe
    25.Okt.2016 11:39:15


      Es freut mich, dass Sie bereits so viele verschiedene Hydrolate hergestellt haben! Bezüglich Destillation und Behandlung des Pflanzenmaterials für möglichst intensives Hydrolat und hoher Ölausbeute können wir Ihre Fragen gerne beantworten. Bezüglich innerer und äußerlicher Anwendung von Hydrolaten und ätherischen Ölen sollten Sie sich jedoch an einen fachkundigen Aromatherapeuten, Apotheker bzw. Arzt wenden (natürlich ist damit auch die weibliche Form gemeint).

    Eintrag Nr. 479:

    Hallo ich bin stolze Besitzerin Ihres Buches "Ätherische Öle selbst herstellen" und Ihrer Destille Leonardo Classic. Ich habe heute versucht 2,6 Kilo Lärche zu destillieren. Mittags gepflückt, nachmittags verarbeitet. Die Zweige habe ich von den Nadeln getrennt. Die Zweige mit einem Hammer gequetscht, dann mit einer Rosenschere klein geschnitten und auf den Nadelbrei in den Aromakorb gegeben. Die Nadeln im Küchenkutter mit einem Liter Wasser vermeng, damit es sich besser mixen lässt, dabei kam ein Brei heraus der aussah wie Spinat. Ich war stolz es so fein hinbekommen zu haben. In den Aromakorb ein Tuch gegeben und den Brei durch das Tuch passiert. Das erste Mal gegrübelt, ob die Idee wirklich so gut war - aber ohne Wasser qualmte die Maschine schnell. Dann habe ich nur noch 1,6 Liter Wasser zugefügt aber keinen (!) Tropfen ätherisches Öl herausbekommen. War alles falsch oder habe ich auch irgendwas richtig gemacht? Mit freundlichen Grüßen und Dank im Voraus für Ihre Antwort Jakana

    Jakana, Hessen
    02.Okt.2016 20:29:34


      Das nächste Mal die Nadeln und dünnen Ästchen im Kutter so fein zerkleinern, dass die Nadeln zerschnitten sind. Kurzum, genau so vorgehen wie im Buch unter "Zerkleinern der Pflanzen / Nadelhölzer" beschrieben. Das Destilliergut nicht mit Wasser vermischen, sondern das Wasser nur unten einfüllen.

    Eintrag Nr. 478:

    Hallo, ich habe eine Schnapsbrennerei (mit großem Herstellvolumen) geerbt und würde gerne ätherische Öle herstellen. Ist dies einfach technisch möglich, oder muss ich die Brennerei umbauen? Gibt es auch einen Großhandel mit ätherischen Ölen an wen ich mich wenden könnte? Vielen Dank im Voraus.

    Rosalie, Brennerei
    16.Sep.2016 20:24:05


      Ja, ist möglich, jedoch funktioniert das nur mit direkter Beheizung, also ohne Mantel eines Doppelmantelkessels. Außerdem muss die Kolonne (falls vorhanden) kurzgeschlossen oder weggeschalten werden. Wir hatten einmal einen Fall wo dies nicht gemacht wurde, das Ergebnis waren nur ca. 8 ml ätherisches Zirbelkieferöl aus 80 Liter (!) fein zerkleinerten Zirbennadeln und Ästchen.

    Eintrag Nr. 477:

    Hallo,
    meine Destille ist innen ganz dunkel angelaufen, als ich mit Essigessenz mit Wasser gemischt ca 5 min köcheln ließ, um sie zu reinigen. Ist das schlimm, bzw wie kann ich das wieder "entfernen"
    Außerdem habe ich leider Angebranntes am Boden, was nicht mehr weg zu bekommen ist, es ist nicht viel und eben mit dem Boden. Kann ich das lassen?
    Vielen Dank für Ihre Antwort und großes Kompliment für diese tolle Seite und das Buch.


    Bettina Lorenz, Bayern
    01.Sep.2016 20:05:22


      Nie und nimmer Kupfer mit Essig behandeln! Daraus entsteht normalerweise giftiger Grünspan (Kupferacetat) wie der Name schon sagt, ist dies grün. Der dunkle Belag könnte sich eventuell mit Zitronensäure-Lösung entfernen lassen, dazu ca. 100 g in sehr heißem, am besten kochendem Wasser auflösen und Anlage damit behandeln. Danach intensiv und sehr gründlich mit viel Wasser nachspülen.
      Angebranntes am Boden lässt sich am besten mit Brillo-Schwämmchen entfernen (keine Putzschwämmchen verwenden, die Metallbänder statt Metallfäden wie bei Brillo haben). Stark Angebranntes mit Bohrmaschine und Bürstenaufsatz mit Metallborsten.
      Danke, das freut uns, wünsche weiterhin noch Gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 476:

    Wieder eine Frage aus Tirol:
    Also einmal muss es ja passieren:
    Beim Basilikum kam ein "grüner" Schwall, wie es so im Buch heisst: "übergekocht".
    Kann ich die Destillation unterbrechen und nach der Reinigung das Pflanzenmaterial noch verwenden oder muss ich es wegwerfen?
    Bitte um eine Meinung dazu.
    Lg Waltraud


    Waltraud, Tirol
    10.Aug.2016 16:59:18


      Sofern die Destillation nicht schon fast beendet war können Sie das Material noch einmal verwenden.

    Eintrag Nr. 475:

    Sehr geehrte Hrr.Schmickl,
    ich habe von ihrem Buch gelernt Rosenwasser zu gewinnen,und bin begeistert.Ich habe sogar ca 20flaschen hydrolat aus erster destillierung von eigene Rosengarten.
    Meine frage nun ist:
    -Kann ich durchführen weiterer 2.bzw.3.destillierung des hydrolat von dem flasche auch ohne die verwendung frische Rosen blütenblätern in den sieb,und mit welches ergebnis(in ml)kann ich rechnen aus einem liter hydrolat.
    Vielen dank vorab für ihre hilfe.
    MfG
    Nistor


    Sorin Tiberiu Nistor, Schlüsslberg
    05.Jul.2016 08:04:05


      Danke, das freut uns! Eine zweite Destillation des Hydrolates bzw. Rosenwassers ohne Rosen ist prinzipiell zwar möglich, ich würde das aber nicht machen, da sich der Duft durch das erneute Erhitzen nicht vorteilhaft verändert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Rosenduft dadurch verstärkt. Jedoch: ausprobiert habe ich's noch nicht, wenn Sie genug Hydrolat für ein Experiment überig haben, sollten Sie's trotzdem ausprobieren. Ich würde laufend am neuen Destillat riechen und wenn der Duft nicht mehr angenehm ist, die Destillation beenden. Eine kurze Mitteilung über das Ergebnis würde sicher viele Leser interessieren.

    Eintrag Nr. 474:

    Lieben Dank für das tolle Buch. Ich habe es heute verschlungen, jedoch ist eine für mich wichtig Frage offen geblieben. Die Salbei Pflanze ist auf S.106 mit der Wirkung, tönt Haare dunkel, beschrieben und keine weiteren Angaben dazu. Weder in der Anwendung noch in den Rezepten. Da ich auf Haarfarbe beim Friseur und aus dem Einzelhandel allergisch bin , interessiert mich das sehr. Wo bekomme ich Information über Inhaltsstoffe und Art der Anwendung ?
    Vielen Dank und liebe grüße aus NRW


    SiSo, Solingen
    18.Jun.2016 23:05:30


      Danke, das freut uns! Kann mir vorstellen, dass dies z.B. mit einer Tinktur (Salbeiblätter in Alkohol) oder mit Mazeration funktioniert. Ob reines ätherisches Salbeiöl auch diesen Effekt hat, haben wir noch nicht ausprobiert. Ich würde das ätherische Öl jedenfalls mit Trägeröl oder mit Alkohol vermischen und für den ersten Versuch auf jeden Fall nur eine kleine Haarsträhne verwenden. Da Salbeihydrolat wie andere Hydrolate auch farblos ist, glaube ich nicht, dass dieses die Haare ebenfalls färbt.

    Eintrag Nr. 473:

    Welche Menge ätherisches Öl kann man aus 1 kg frischem Kraut der Pfefferminze gewinnen?

    Dr. Khalid Geraia, Oberösterreich
    28.Apr.2016 09:07:21


      Die Ausbeute hängt sehr stark von der verwendeten Destille ab. Mit einer falschen Anlage kommt bei 1 kg frischem Kraut kein einziger Tropfen Pfefferminzöl heraus. Mit der LEONARDO® Anlage entstehen aus 1 kg frischer Pfefferminze ca. 5,1 ml ätherisches Öl. Selbstverständlich ist auch der optimale Zerkleinerungsgrad und der richtige Erntezeitpunkt zu beachten, mehr Infos darüber siehe Buch.

    Eintrag Nr. 472:

    Hallo ich bin's nochmal. Ich habe Ihr Buch jetzt noch ein zweites Mal durchgelesen und bin dabei auf viele Dinge gestoßen, die ich beim ersten Mal glatt übersehen hatte! Z.B. habe ich gerade mein erstes Hydrolat weggeschüttet, weil kein Öl zu sehen war. Hätte es mal lieber einige Wochen lagern sollen:-)
    Meine Frage ist heute:
    Wenn man Hexan bei relativ sanfter Temperatur abdampft, darf man wohl hoffen, daß das essentielle Öl aus der darin eingeweichten Pflanze NICHT mit verdampft?
    Soweit ich es verstanden habe, bleibt jedoch ein Rest von Hexan in dem Extrakt zurück. Hat der einen dominanten Geschmack und wenn ja, welchen? Die gleiche Frage habe ich auch Pentan betreffend.
    Vielen Dank für all die Informationen in diesem Forum!!! Herzliche Grüße, Christine


    Christine, Hexan und Pentan - Geschmack
    25.Apr.2016 09:08:11


      ad 1) Stimmt, am besten bei Zimmertemperatur stehen lassen, n-Hexan verdunstet. In welchem Ausmaß das ätherische Öl verdunstet hängt von der jeweiligen Sorte ab, manche Öle wie z.B. Minze enthalten großteils sehr leicht flüchtige Komponenten, verdunsten also relativ rasch.
      ad 2) Nein, nur durch Geruch sind diese geringen Mengen die zurück bleiben nicht bemerkbar. Pentan hat einen niedrigeren Siedepunkt, würde sich daher besser als n-Hexan eignen. Trotzdem wird industriell n-Hexan verwendet, vermutlich funktioniert die Extraktion damit besser. Lt. Wikipedia: n-Hexan riecht schwach benzinartig, Pentan ist demzufolge geruchlos.

    Eintrag Nr. 471:

    Wo kann man denn eigentlich N-Hexan in einer guten Qualität günstig kaufen? Vielen Dank, mfG

    Christine, n-Hexan
    24.Apr.2016 22:57:13


      Feinchemikalienhandel --> googeln

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