Fachfragen zum Thema Ätherische Öle


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    Eintrag Nr. 420:

    Hallo!
    Ich würde gerne Zitronengras destillieren. Dazu müß ich es leider erst einaml anbauen. Meine Frage ist, wieviel Pflanzen brauch ich für ein Kilo frisches Zitronengras. Kann ich alle Pflanzenteile verwenden (auch die Wurzel), oder nur die Blätter? Im Falle der Nutzung der Wurzel, ist es möglich ein Teil der Wurzel zu benutzten und damit das Überleben der Zitronengraspflanzen zu sichern (um eine schnellere Ernte zu erzielen). Ergibt sich daraus ein Qualitätsunterschied?
    Vielen Dank
    Eric


    Eric, Deutschland
    20.Jun.2013 12:15:34


      Die Anzahl der Pflanzen für ein kg ist sehr stark von der Art des jeweiligen Zitronengrases und vom Klima abhängig. Nur die oberirdischen Teile verwenden.

    Eintrag Nr. 419:

    Sehr geehrte Frau Dr. Malle und sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
    Vor einiger Zeit bin ich auf Ihr Buch gestoßen und es hat mich sofort fasziniert. Nachdem ich es ausführlich studiert hatte, kaufte ich mir eine 0,5-Liter-Destille. Nun habe ich getrocknete Pfefferminze destilliert. Nach ca. einer Woche Lagerung in einem dunklen, kühlen Raum hat sich zwischen der Ölschicht und dem Hydrolat eine weiße Schicht gebildet, die auch das Hydrolat trübt. Könnte das Schimmel sein? Wodurch kann das passieren, ich habe das Fläschchen vor Gebrauch gründlich gereinigt. Ist der Verschluss durch einen Korken nicht ideal?
    Vielen Dank für Ihre Antwort und dass sie sich Zeit genommen haben, meine Frage zu lesen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Mary


    Mary, Deutschland
    09.Jun.2013 16:11:04


      Nein, keinesfalls Schimmel, die meisten ätherischen Öle sind natürliche Fungizide. Es wird vermutet, dass die Pflanzen unter anderem genau aus diesem Grund ätherische Öle produzieren. Mit dem Fläschchen oder Korken hat das auch nichts zu tun. Aus der Ferne schwer zu beurteilen, aber vermutlich handelt es sich dabei um sehr feinen Pfefferminzstaub, der beim Trocknen und anschließendem Zerkleinern entsteht und mit dem Dampf mitgerissen wurde.

    Eintrag Nr. 418:

    Hallo! Kann man Hollerblüten und Wacholder mit der Leonardo destillieren? (Extra) Was ist zu beachten? danke im voraus für die Antwort! Lg Sylvia Kreppel

    Kreppel Sylvia, Götzendorf an der Leitha
    06.Jun.2013 05:27:44


      Geschrotete (!) Wacholderbeeren haben eine sehr ergiebige Ölausbeute.
      Holunderblüten enthalten kein ätherisches Öl, duftendes Hydrolat entsteht trotzdem.
      In beiden Fällen ist nichts Besonderes zu beachten, Anlage wie immer möglichst zur Gänze auffüllen.

    Eintrag Nr. 417:

    destilliert man besser getrocknete oder frische planzen

    Karl-Heinz Elschker, Prignitz
    21.Mai.2013 12:54:13


      Wenn, dann gibt es bei den meisten Kräutern einen kaum erkennbaren Unterschied bezüglich der Qualität vom ätherischen Öl und Hydrolat. Zumindest wenn richtig getrocknet wurde (nicht zu warm!). Trotzdem wird durchs Trocknen der Ölgehalt natürlich abnehmen. Da vom getrockneten Kraut mehr in die Anlage passt als vom frischen, ist die Ölausbeute in ml jedoch dieselbe.
      Ausnahmen: Geranie sollte getrocknet destilliert werden, im frischen Zustand entsteht beim Zerkleinern ein cremespinat-ähnlicher Brei. Lavendelblüten werden normalerweise ein paar Tage angetrocknet vor dem Destillieren. Wir destillieren aus arbeitstechnischen Gründen aber die Blüten immer frisch, funktioniert einwandfrei. Rosen- oder Jasminblüten bzw. andere Blüten mit sehr geringem Ölgehalt nur frisch oder tiefgefroren verarbeiten, beim Trocknen besteht die Gefahr, dass der ohnehin schon geringe Ölgehalt ganz weg ist.

    Eintrag Nr. 416:

    Bongiorno, dank Ihres wunderbaren Werkbuches über die Herstellung ätherischer Öle und dem Zufall, der mir eine Destille zuspielte, hatte ich das große Vergnügen Rosmarinöl zu destillieren. Nun habe ich bei meinen Internetsuchen festgestellt das es beim Rosmarin wesentliche Unterschiede in den Chemotypen gibt. Wie kann ich den Chemotyp an der von mir verwendeten Pflanze feststellen? Mit herzlichen Grüßen, Dirk Windelschmidt

    Dirk Windelschmidt, Sizilien
    07.Mai.2013 17:58:34


      Danke, es freut mich, dass Ihnen das Buch gefallen hat! Der jeweilige Chemotyp sollte eigentlich schon bekannt sein (Herkunft der Pflanze), wenn, dann können das nur professionell ausgestattete Labors feststellen.

    Eintrag Nr. 415:

    Sehr geehrter Fr. Dr. Malle, sehr geehrter Hr. Dr. Schmickl,
    ich habe noch eine Frage zur Aussage (Seite 61, Tipp): harte Materialien wie Hölzer, Rinden, Wurzeln oder harte Samen mit stark gesalzenem Wasser destillieren bzw. vorher darin einweichen.
    Ich bin Laie, mir fehlt Wissen in Chemie und Physik. Wieviel pro Liter soll man da dazugeben? Und was passiert mit dem Salz bei der Destillation - geht das dann ins Hydrolat mit? Oder auch ins Öl?
    Ich möchte nämlich Kalmuswurzel und Zimt destillieren.
    Herzlichen Dank - Elena Missethon


    Elena Missethon, Wien
    22.Feb.2013 11:06:48


      Sowohl Kalmuswurzel wie auch Zimt können problemlos mit normalem Wasser destilliert werden. Salzwasser (Salzgehalt wie im Meerwasser) hat einen höheren Siedepunkt, daher gelingt es damit besser in "schwierigen" Fällen das ätherische Öl zu destillieren. Salz verdampft dabei nicht, bleibt also im Kessel im restlichen Wasser nach der Destillation zurück.

    Eintrag Nr. 414:

    Sehr geehrte Fr. Dr. Malle, sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    herzlichen Dank für die prompte Lieferung der Leonardo Destille! Ich konnte nicht anders als sie gleich gestern Abend auszuprobieren (450g Weihrauch). Naturgemäß ist die Ausbeute gering - aber ich hab Weihrauchöl bekommen.
    Ich möchte mich auf diesem Wege auch sehr für die wirklich guten Praxistipps z.B. "Korb mit Küchenrolle auslegen" bedanken. Ich hab von einem dreilagigen Blatt eine Schicht abgezogen (damit es so dünn wie möglich ist) und verwendet, das hat super funktioniert und unglaublich viel Putzarbeit erspart!!!!
    Dazu möchte ich auch noch einen Tipp abgeben:
    Wenn sich etwas angelegt oder angebrannt hat, dann am besten über Nacht Wasser mit Waschsoda (bekommt man z.B. günstigst beim DM) ansetzen (auf 1 Liter 3-4 EL). Wenn es schlimm verbrannt ist mehr verwenden bzw. eventuell aufkochen und dann mit Putzschwamm reinigen.
    Mit Leonardo hat sich die Tür zu einer neuen Welt aufgetan.
    Vielen Dank! Und allen viel Freude bei dieser wundervollen Arbeit.
    LG Elena Missethon


    Elena Missethon, Wien
    22.Feb.2013 08:39:46


      Danke das freut uns! Gratulation zu Ihrem ersten selbstgemachten Weihrauchöl, und ebenfalls danke für den nützlichen Tipp mit dem Waschsoda.
      Wir wünschen Ihnen auch weiterhin Gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 413:

    Sehr geehrte Frau Dr. Malle und sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
    Betreff: EU-Kosmetikgesetz, Juniperus communis, etc.
    Als absoluter Laie darf ich folgende Fragen an Sie richten. Meine Intention besteht in der "Entwicklung" eines Kosmetikmittel-Prototypes, wo Bergheu und Juniperus communis subsp. alpina in Wildsammlung eine Rolle spielen. Wie hochwertig hinsichtlich des EU-Kosmetikgesetztes bezüglich "Verunreinigungen", Metaboliten etc. kann ein selbst gemachtes äth. Öl mit dem von Ihnen vertriebenen Destillers sein? Darf man erwarten, dass beispielsweise ein aus Trieben und Früchten von Juniperus communis so gewonnenes Öl den Anforderungen einer "Kontrolle" (Lebensmittelgesetz, Kosmetikgesetz) stand hält?
    Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und Ihre Zeit!
    Mag. Dietmar Vogt


    Mag. Dietmar Vogt, Österreich/Kärnten/Klagenfurt
    15.Feb.2013 08:51:14


      Wie bei anderen Destillationsanlagen auch, ist das Ergebnis ein Rohöl, d.h. inklusive aller Inhaltsstoffe die beim Wasserdampfdestillieren aus dem Pflanzenmaterial entweichen. Es hängt von der Anwendung ab, ob dies erwünscht ist oder nicht. Für den Lebensmittelbereich müssen gewisse (z.B. giftige oder allergieauslösende) Bestandteile entfernt werden, bei Düften wird oft nur eine einzelne Komponente aus dem ätherischen Öl verwendet. Im Gegensatz zur Aromatherapie, dafür kommt möglichst unraffiniertes Rohöl zur Anwendung. Die Auftrennung des Rohöls erfolgt meist mittels fraktionierter (Vakuum-)Destillation.

    Eintrag Nr. 412:

    Ich bin gerade beim Recherchieren über Destillation von ätherischen Ölen und bin begeistert von ihren Internetinformationen. Ihr Buch habe ich sofort bei Amazon bestellt.
    Ich habe gleich eine Frage dazu.
    Gilt es auch für feste Stoffe wie Harze (Myrrhe, Weihrauch,...), Wurzeln (Kalmus, Beinwell,...) und Rinden (Zimt,Casia,...),dass sie in den Korb und nicht direkt ins Wasser kommen sollten?
    Wie stark sollten die Sachen dann zerkleinert werden? Z.B. das Harz zerreiben (wie mittelfeiner Sand) und die Wurzel bzw. Rinden?
    Mit welchen Werkzeugen macht man das am besten?
    Zur Zeit komme ich nur an getrocknete Wurzeln und Rinden.
    Vielen Dank
    Elena Missethon


    Elena Missethon, Wien
    13.Feb.2013 00:01:32


      Danke, Ihre Begeisterung freut uns!
      Im Buch sind alle Ihre Fragen sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beantwortet...
      ad 1) Pflanzenmaterial nie im Wasser mitkochen, beeinträchtigt Ölqualität, siehe Buch.
      ad 2) Bis auf wenige Ausnahmen möglichst fein, jedoch so zerkleinern, dass sich Material dabei nicht erwärmt. Siehe Buch. Wurzeln vorher fermentieren, siehe Buch.
      ad 3) Für Haushaltsmengen gibt's einige sinnvolle Küchengeräte, siehe Buch.
      ad 4) Naschmarkt! Der Stand nach der ersten Querstraße bietet sehr viele getrocknete Kräuter und Gewürze an. Die getrocknete Minze in Papiersäckchen hat enorme Ausbeuten, Öl ist hervorragend! Ansonsten googlen für Versandhandel für Kräuter und Gewürze.

    Eintrag Nr. 411:

    Hallo,
    Ihr habt eine wunderbare Homepage aufgebaut, vielen Dank dafür. Ich wäre auch an einer Destille zur Herstellung ätherischer Öle interessiert, was sich mir jedoch noch gar nicht erschließen möchte ist der Umstand mit dem Zoll :( Könnten Sie mich bitte über den Ablauf informieren?!
    Vielen Dank für Ihre Mühe
    MfG
    Sabia


    Sabia, Rhl-Pf
    17.Jan.2013 12:39:50


      danke! :-)
      In DE ist die Herstellung von ätherischen Ölen ab einer gewissen Kesselgröße meldepflichtig. Sofern kein Alkohol destilliert wird, ist die Anmeldung relativ problemlos. Zitat: "Das Hauptzollamt kann für Filtergeräte und Destilliergeräte auf Antrag weitere Erleichterungen oder Ausnahmen von der Anmelde- und Anzeigepflicht zulassen, wenn eine missbräuchliche Verwendung nicht zu befürchten ist (z.B. zur Herstellung ätherischer Öle)." für weitere Infos siehe http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Alkohol-Kaffee-Kraftstoffe-Strom-im-Haushalt/Brauen-Brennen-Roesten/Branntwein/Herstellung-Branntwein/herstellung-branntwein.html

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    Design und Implementierung:
    Helge Schmickl